Teuer
Jetzt auch noch neue 2-Euro-Paketgebühr der EU
Für Millionen im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkte werden künftig zwei Euro mehr fällig. Eine entsprechende neue Bearbeitungsgebühr gilt ab 1. November für Importe aus Drittländern wie China oder den USA, wie aus einem Dokument der Europäischen Kommission hervorgeht.
Für die Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die Online-Handelsplattformen zuständig - also nicht etwa die Endverbraucher in Europa. Erhoben werden soll sie von den nationalen Behörden. Die neuen Regeln dürften etwa Online-Händler wie Shein, Temu, oder AliExpress betreffen.
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Kampf gegen massenhafte Einfuhr von Billigprodukten
Mit der Gebühr will die EU gegen die Flut an Billigpaketen vorgehen. Im Jahr 2025 wickelten die europäischen Zollämter nach Angaben der EU-Staaten rund 6 Milliarden Pakete von Onlinehändlern ab. 90 Prozent davon seien aus China in die EU gelangt. Die Abgabe soll die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Online-Handel decken, etwa die Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr.
Die neue Bearbeitungsgebühr ist Teil einer größeren Zollreform. Weitere Maßnahmen sollen dafür sorgen, den globalen Handel zu erleichtern, Zölle effizienter zu erheben und die Kontrollen von nicht konformen, gefährlichen oder unsicheren Waren zu verschärfen. Unter anderem entsteht eine neue EU-Zollbehörde, die im kommenden Jahr in Lille ihre Arbeit aufnehmen soll.
Billigimporte seit Juli auch verzollt
Seit Juli wird unabhängig davon auch auf günstige Waren aus dem Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Dafür sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale aber an Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen.
Europaweite Daten, wie sich die Paketzahlen seitdem verändert haben, sind noch nicht bekannt. Nach Frankreich wurden nach Angaben des dortigen Wirtschaftsministeriums in den ersten Wochen bis zu 40 Prozent weniger kleine Pakete eingeführt.
Die Zollpauschale ist als Übergangslösung gedacht, bis 2028 eine neue digitale Plattform zur Abwicklung und Kontrolle an den Start geht und dann alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sind.