Moskau in Flammen

Jetzt kündigt Putin massive Vergeltung an

© EPA
Der Kreml-Chef schäumt nach dem Angriff auf seine Hauptstadt.
Zur Vollversion des Artikels

Die Kremlpartei Geeintes Russland wird auch nach der Parlamentswahl voraussichtlich mit Zweidrittelmehrheit weiterregieren. Das meldeten die Agentur Interfax und die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" nach Auszählung der Hälfte der abgegebenen Stimmen. Nach vorläufigen Schätzungen komme die Regierungspartei mit Direktmandaten bisher auf 309 von 450 Sitzen in der Staatsduma, berichtete "Nowaja Gaseta". Das sind neun Mandate mehr als es zur Änderung der Verfassung braucht.

Die russische Hauptstadt Moskau und die Region erlebten am letzten Wahltag am Sonntag laut Behörden die schwersten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, sprach von beispiellosen Attacken mit dem Ziel, die Abstimmung über die neue Staatsduma zu torpedieren. Die Versuche der Feinde Russlands, die Wahl auch mit Cyberangriffen auf die Online-Abstimmung zu stören, seien gescheitert.

Russische Vergeltung

Die Ukraine attackierte vor allem Ziele in Moskau und dem Umland. Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach vom "massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau", der aber abgewehrt worden sei. "Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen", schrieb er bei Telegram. Im Moskauer Gebiet wurden mindestens drei Menschen getötet. Gouverneur Andrej Worobjow sprach auch von mindestens 20 Verletzten bei ukrainischen Angriffen.

Es seien 450 Drohnen im Anflug auf die Hauptstadt abgeschossen worden, sagte Sobjanin. Er räumte aber ein, dass einige das Gelände der Ölraffinerie erreicht hätten. Auf Fotos waren Feuer und dunkler Rauch zu sehen. Die Moskauer Raffinerie war nicht zum ersten Mal Ziel ukrainischer Gegenangriffe.

Bereits am Sonntag kündigte Moskau Vergeltung an. Man werde als Reaktion die "hochpräzisen Angriffe auf militärische Ziele in Kiew fortsetzen und intensivieren", so das russische Verteidigungsministerium.