Marchetti-Nachfolger

Neuer ÖVP-General: Kommt er bald in den Bundesrat?

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Gstöttner wurde vorgestellt ++ Anderer Ton als Vorgänger Marchetti? ++ Mandat dringend gesucht
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Der einstige Vertraute von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz folgt Nico Marchetti, der am Dienstag überraschend zurückgetreten war. Bundesparteiobmann Christian Stocker bestätigte die Personalentscheidung am Mittwoch. Gstöttner wird diese Funktion am 1. August 2026 übernehmen.

Mit Ende Juli wird Marchetti offiziell seine Funktion als Generalsekretär der Partei zurücklegen, er soll Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der Partei bleiben. Zuletzt war der 36-jährige Wiener, der im Februar 2025 nach dem Wechsel von Alexander Pröll in die Regierung zum Generalsekretär der ÖVP aufgestiegen war, innerparteilich zunehmend unter Druck geraten.

Danach übernimmt Gstöttner das Amt. Der 39-jährige Wiener war von November 2020 bis Juni 2025 Gemeinderat und Landtagsabgeordneter in seiner Heimatstadt. 2021 machte ihn der einstige ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer zu seinem Kabinettschef. Zuvor war Gstöttner stellvertretender Kabinettschef von Nehammers Vorgänger Kurz.

"Inhaltlich durchaus ein Bi-Händer"

Gstöttner wurde auch sofort darauf angesprochen, dass Vorgänger Marchetti gegangen sei, weil er eher der Mann der "feinen Klinge" gewesen sei - und welcher Fraktion er, Gstöttner, angehöre. Seine Antwort: "Inhaltlich bin ich durchaus für den Bi-Händer, im Ton aber die feine Klinge." Bi-Händer war im Mittelalter ein großes Schwert, das mit beiden Händen geführt wurde.  Der neue General sieht sich als "Drehscheibe zwischen den einzelnen Parteiorganisationen". Er wird sehr viel reisen. Ob er nicht zu unbekannt in der Partei sei? Gstöttner: "Ich glaube, dass man mich sehr wohl kennt - aber auch das ist viel Arbeit." Ob Sebastian Kurz sein Vorbild sei? Gstöttner: "Ich bin ein Christlich-Sozialer, mehr gibt es jetzt nicht dazu zu sagen."

Bekommt er ein Bundesratsmandat?

Gstöttner wird einer der wenigen ÖVP-Generalsekretäre sein, die nicht im Parlament sitzen. Was ein Manko sein kann: Denn im täglichen innenpolitischen Infight ist es von Vorteil, von der parlamentarischen Immunität gegen Klagen geschützt zu sein. Laut oe24-Infos gibt es allerdings Pläne, das zu ändern: So könnte Gstöttner ein Bundesratsmandat winken. Dafür müsste allerdings der amtierende ÖVP-Bundesrat Harald Himmer zurücktreten und dessen Reservemann verzichten. Ob Himmer - der immerhin ÖVP-Fraktionsführer in der Länderkammer ist - das tatsächlich tut, gilt aber als zweifelhaft. Himmer war am Mittwoch nicht erreichbar.