Schattenseiten

Kaia Gerber über Essstörung: "Ich habe mich ständig mit meiner Mutter verglichen"

© Variety via Getty Images
Für die September-Ausgabe der US-amerikanischen Vogue steht Kaia Gerber gemeinsam mit Homer Gere vor der Kamera. Im begleitenden Interview wird das Model ungewöhnlich persönlich.
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Kaia Gerber kennt das Leben im Rampenlicht seit ihrer Kindheit. Als Tochter von Supermodel Cindy Crawford und Unternehmer Rande Gerber wuchs sie in einer Welt auf, in der Aussehen und Körper ständig kommentiert werden. Mit gerade einmal zehn Jahren begann sie zu modeln, später startete sie eine internationale Karriere auf den Laufstegen und vor der Kamera. Doch der berühmte Nachname und die Ähnlichkeit zu ihrer Mutter brachten nicht nur Vorteile mit sich. Im Interview mit der Vogue erzählt die heute 24-Jährige, wie sehr sie die ständigen Kommentare über ihren Körper und die Vergleiche mit Cindy Crawford belastet haben.

"Ich habe in meinem Leben gestörtes Essverhalten erlebt"

Besonders offen spricht Gerber über ihre Beziehung zu Essen und ihrem Körper. Sie sagt, sie habe in ihrem Leben mit "disordered eating", also gestörtem Essverhalten, zu kämpfen gehabt. Dabei seien Kommentare über ihr Aussehen alles andere als hilfreich gewesen. Menschen hätten ihren Körper immer wieder bewertet – etwa indem sie ihr sagten, sie sehe "schrecklich" oder zu dünn aus. Gerber macht deutlich, dass solche Aussagen psychische Probleme nicht lösen, sondern zusätzlichen Druck erzeugen können. Gerade die öffentliche Diskussion über ihren Körper habe sie geprägt. Denn während sie von außen teilweise für ihre sehr schlanke Figur kritisiert wurde, verglich sie sich gleichzeitig selbst mit ihrer Mutter.

Ständig im Schatten von Cindy Crawford

Cindy Crawford gilt als eine der prägendsten Models der 1990er-Jahre. Ihre Tochter sieht ihr verblüffend ähnlich und genau diese Ähnlichkeit wurde für Kaia schon früh zum Thema. Auch Vogue selbst bezeichnete die beiden in der Vergangenheit als auffallend ähnlich. Kaia erzählt, dass sie als Jugendliche sogar neidisch auf die kurvigere Figur ihrer Mutter gewesen sei. Der permanente Vergleich habe ihre eigene Wahrnehmung ihres Körpers beeinflusst. Dabei habe sie immer wieder das Gefühl bekommen, an einem Ideal gemessen zu werden, das gar nicht ihres war. Ausgerechnet die Ähnlichkeit, die sie beruflich immer wieder mit ihrer Mutter in Verbindung brachte, wurde damit auch zu einer persönlichen Belastung.

Eine neue Generation im Vogue-Fokus

Dass Kaia nun gemeinsam mit Homer Gere das Cover der September-Ausgabe ziert, hat dabei eine besondere Symbolik. Homer ist der Sohn von Richard Gere und damit ebenfalls das Kind einer Hollywood-Ikone. Denn 1992 waren Cindy Crawford und Richard Gere gemeinsam auf dem Vogue-Cover zu sehen. Mehr als drei Jahrzehnte später treten nun ihre Kinder gemeinsam auf das Cover. Fotografiert wurde die neue Ausgabe von Steven Meisel. Für Kaia geht es inzwischen allerdings längst nicht mehr nur ums Modeln. Sie arbeitet auch als Schauspielerin und hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend eine eigene Karriere aufgebaut.

Mehr als nur "Cindys Tochter"

Der neue Vogue-Auftritt zeigt damit auch einen gewissen Wandel: Kaia Gerber ist zwar untrennbar mit dem Namen Cindy Crawford verbunden, versucht aber zunehmend, ihre eigene Identität abseits des berühmten Familiennamens zu definieren. Dass sie dabei so offen über ihre Erfahrungen spricht, macht das aktuelle Interview besonders persönlich. Denn hinter der perfekten Modewelt und den Hochglanzbildern steht eine junge Frau, die selbst mit den Folgen von Körpervergleichen, öffentlicher Bewertung und psychischem Druck umgehen musste.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft ihres Interviews: Ein berühmter Nachname und ein perfektes Vogue-Cover schützen niemanden davor, sich im eigenen Körper unwohl zu fühlen.