Trotz Grillverbot

Kein Geld zurück für 800 Grillplatz-Buchungen

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Seit 8. Mai gilt in Wien wegen der hohen Waldbrandgefahr ein Grillverbot. Wer bereits einen Platz auf der Donauinsel gebucht hat, bekommt die Reservierungsgebühr von 45 Euro dennoch nicht zurück. Rund 800 Reservierungen sind heuer davon betroffen.
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Wer im Sommer auf der Donauinsel Würstel und Koteletts auf den Rost legen möchte, muss dafür tiefer ins Geldbörserl greifen. Heuer schlägt das Reservieren eines Grillplatzes mit 45 statt 10 Euro zu Buche. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr gilt allerdings bereits seit dem 8. Mai ein striktes Grillverbot in Wien. Die bezahlte Gebühr gibt es von der Verwaltung trotzdem nicht retour.

Die zuständige Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) erstattet das Geld im Falle eines Grillverbots grundsätzlich nicht zurück. Grund dafür ist, dass der gebuchte Bereich trotz des Feuersicherheitsverbots von den Gruppen genützt werden darf. Statt Grillkohle und Rauch bleibt den Insel-Gästen folglich nur das Picknick. Rund 800 von insgesamt 2.300 Jahres-Reservierungen sind von dieser Regelung in dieser Saison betroffen.

Wut und Verständnis im Netz

In Wien gilt ab derzeit ein Grillverbot für die öffentlichen Grillplätze. Durch die Hitze ist die Waldbrandgefahr massiv erhöht. © APA/EVA MANHART

Auf der Internet-Plattform Reddit kochen die Gemüter wegen dieser Praxis regelrecht über. "Hahaha. Jetzt wird man von der Stadt Wien mit dem Grillen schon gescamt. Ich pack einfach nicht mehr wie erbärmlich das ist", wettert ein frustrierter Nutzer. Ein Betroffener, der für Ende August gebucht hat, kritisiert, dass bereits Anfang des Jahres reserviert werden müsse, das Geld bei einem später verhängten Grillverbot aber verloren sei. Andere User raten sogar zum rechtlichen Angriff gegen die Behörden. "Kein Verständnis zeigen. Wenn möglich mit Rechtsschutz drohen. Für das Picknick hätte man die Reservierung ja gar nicht gebraucht", beschwert sich ein weiterer Beitragsverfasser.

Viele Foren-Nutzer verteidigen wiederum die Vorgehensweise der Stadt Wien. Die Einhebung der Abgabe decke schließlich den laufenden Aufwand für die Pflege der Plätze, die Sanitäranlagen und das bereitgestellte Holz ab. "Die Stadt Wien kann auch nix fürs Wetter“, gibt ein Community-Mitglied zu bedenken. Zudem werde bei der Anmeldung mehrfach darauf hingewiesen, dass auch bei einem Grillverbot kein Geld zurückbezahlt werde.

Stadt verweist auf laufende Kosten

"Um notwendige Aufwendungen wie Reservierungssystem, Instandhaltung, Serviceleistungen und Verwaltung zu decken und gleichzeitig die verantwortungsbewusste Nutzung der Grillplätze zu stärken, wird eine Reservierungsgebühr von 45 Euro pro Tag eingehoben", erklärt eine Sprecherin der MA 45 gegenüber MeinBezirk. Die reservierten Flächen bieten Platz für Gruppen von bis zu 25 Personen und verfügen je nach Standort über Sitzgelegenheiten, fixe Grillstationen, Wasser und Toiletten. Sie bleiben auch während des Grillverbots ausschließlich für die jeweilige Gruppe reserviert.

Stadt stellt Reservierungssystem um

Nach der ungewöhnlich langen Verbotsperiode will die Stadt nun reagieren. Ab 2027 sollen Reservierungen nur noch für das jeweils kommende Quartal möglich sein. Dadurch soll das Risiko sinken, dass Plätze bereits Monate im Voraus gebucht werden und später wegen eines Grillverbots nicht wie geplant genutzt werden können.