Erste Tests

KI-Kameras melden Müllsünder

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Bad Nauheim (Hessen) testet als eine der ersten Städte in Deutschland Kameras, die nicht Tempo- , sondern Müll-Sünder erkennen. Seit Anfang September hängen die sogenannten Wildmüllblitzer an Laternen und neuralgischen Punkten, unter anderem an der Wertstoffinsel Schwalheimer Straße am Südpark.
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Die Geräte sind mobil, der Standort kann wechseln: Die Technik arbeitet in zwei Stufen. Eine Bilderkennung prüft das Geschehen auf typische Muster: Müllsäcke, Sperrmüll, größere Gegenstände, auch Hundekotbeutel. Erst wenn die KI einen Verdachtsfall markiert, wird eine kurze Sequenz gespeichert. Autorisierte Mitarbeiter des Ordnungsamts sichten das Material. Personen und Kennzeichen bleiben zunächst verpixelt. Erst wenn sich der Verdacht erhärtet, wird die Unschärfe stufenweise aufgehoben – dann kann ein Nummernschild oder ein Gesicht zur Identifizierung dienen. Die Stadt sieht darin keinen Verstoß gegen den Datenschutz: Die Maschine entscheidet nicht über Bußgelder, die Beamten tun das.

Hohe Strafen möglich

Eine illegale Müll-Ablagerung ist eine Ordnungswidrigkeit. Kleine Verstöße können 55 Euro kosten, der Rahmen reicht bis zu 500 Euro. Kommen Entsorgung, Maschinen und Personal dazu, wird schnell ein vierstelliger Betrag daraus. Die Reinigung öffentlicher Flächen zahlen sonst alle.

Bürgermeister Klaus Kreß und der Kur- und Servicebetrieb stellen das Pilotprojekt als Unterstützung der Ordnungskräfte dar, nicht als Dauerüberwachung der Innenstadt. Ob das System hält, was es verspricht, entscheidet die Praxis.