Niedrigwasser

Bodensee trocknet aus: Man kann bereits den Grund sehen

Luftaufnahme eines Stegs am Bodensee, mehrere Boote liegen im flachen Wasser und teils auf dem Trockenen.
© APA/onw-images/Marius Bulling
Der Bodensee leidet heuer unter einer dramatischen Trockenheit und steuert auf ein historisches Niedrigwasser zu. Da der große Regen seit Wochen ausbleibt, sinkt der Pegel des riesigen Gewässers unaufhaltsam, was bereits gravierende Folgen für die Schifffahrt und die Natur hat.
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Ein trauriger Anblick bietet sich derzeit an den Ufern des Bodensees, der auch als Schwäbisches Meer bekannt ist. Der Pegel liegt laut den Messungen der zuständigen Hochwasser-Vorhersagezentrale Baden-Württemberg auf einem für diese Jahreszeit extrem niedrigen Niveau. Die Uferlinien weichen immer weiter zurück und legen den Seeboden frei. Für Bootsbesitzer hat diese Entwicklung bereits handfeste Konsequenzen, da die ersten Segler und Motorboote im seichten Wasser auf Grund gelaufen sind oder komplett auf dem Trockenen liegen.

Die Lage in den Häfen spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu. Sollte der Pegel weiter so rasant fallen, drohen weitreichende Einschränkungen für den gesamten Fähr- und Schifffahrtsverkehr auf dem See, der eine wichtige Verkehrsader zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz darstellt.

Historischer Tiefstand in Konstanz gemessen

Bereits Mitte August zeichnete sich die katastrophale Entwicklung deutlich ab. Am Messpunkt in Konstanz wurde am 13. August ein Pegelstand von lediglich 275 Zentimetern registriert. Diese besorgniserregenden Daten wurden von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) offiziell bestätigt. Damit wurde nicht nur der langjährige Durchschnittswert massiv unterschritten, sondern sogar der bisherige Rekordtiefstwert für einen 13. August aus dem historischen Extremsommer 2003 gebrochen.

Mehrere Boote liegen bei niedrigem Wasserstand am Bodensee teils auf dem Trockenen.
© APA/onw-images/Marius Bulling

Auch in den darauffolgenden Tagen gab es absolut keine Entlastung für das Gewässer. Erst vor wenigen Tagen meldete das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg weiterhin ein extremes und flächendeckendes Niedrigwasser für das gesamte Bundesgebiet. Die Situation bleibt somit hochgradig angespannt.

Warum das Wasser heuer so drastisch fehlt

Normalerweise folgt der Bodensee einem ganz anderen natürlichen Rhythmus, wie Experten betonen. Ulrich Maurer, der Präsident der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), erklärte die Hintergründe der Krise ausführlich. In der Regel erreicht der Bodensee seinen absolut niedrigsten Wasserstand erst im späten Winter, also im Februar oder März, wenn kaum Schmelzwasser nachfließt. Dass dieser extreme Tiefstand heuer bereits im Spätsommer erreicht wird, ist außergewöhnlich und hat mehrere miteinander verknpfte Ursachen:

  • Schneearme Winter in den Alpen: In den kalten Monaten gab es in den Bergen viel zu wenig Schneefall, weshalb im Frühjahr das lebenswichtige Schmelzwasser aus den Bergen fast vollständig fehlte.
  • Ausbleibende Niederschläge: Über Monate hinweg gab es im Einzugsgebiet des Sees kaum nennenswerten Regen, der den Pegel stabilisieren hätte können.
  • Extreme Verdunstung: Die anhaltend hohen Temperaturen und die extreme Hitze im Hochsommer führten zu einer massiven Verdunstung des Oberflächenwassers.

Düstere Aussichten für den Herbst

Eine schnelle Entwarnung oder gar eine dauerhafte Erholung des Pegels ist laut Meteorologen und Hydrologen vorerst nicht in Sicht. Die aktuellen, teils kräftigen Regenschauer bringen dem Bodensee leider nur eine sehr kurze und oberflächliche Entlastung. Sobald diese Schauer abziehen, soll sich das trockene Spätsommerwetter umgehend wieder einstellen.

Mehrere Boote liegen bei niedrigem Wasserstand teils auf dem Trockenen am Ufer des Bodensees.
© APA/onw-images/Marius Bulling

Besonders besorgniserregend sind auch die langfristigen Prognosen für den gesamten September. Die Wettermodelle deuten darauf hin, dass auch der Herbstmonat deutlich zu trocken ausfallen wird. Ohne lang anhaltenden Landregen im gesamten Einzugsbereich wird der Bodensee also noch tiefer sinken, was die Region vor massive ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen stellt.

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