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Rebellen: 10.000 Tote und 55.000 Verletzte

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Der Bürgerkrieg in Libyen hat bereits Zehntausende Opfer gefordert.

Seit Beginn des Konflikts in Libyen sind bei Kämpfen in dem nordafrikanischen Land nach Angaben der Aufständischen bereits zehntausend Menschen getötet und bis zu 55.000 weitere verletzt worden. Das sagte Italiens Außenminister Franco Frattini am Dienstag in Rom und berief sich auf Angaben des Vorsitzenden des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Jalil.

Weiter Angriffe auf Misrata, Zehntausende fliehen

Unterdessen schießt Gaddafi weiter auf Misrata. Menschenrechtsorganisationen sprechen von zahlreichen Verletzten. Zehntausend Menschen sind nach Schätzungen des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) in den vergangenen zehn Tagen vor den Kämpfen in Libyen geflohen. Allein am Wochenende seien etwa 6.000 Libyer über die bergigen Regionen im Westen des Landes nach Tunesien geflohen, sagte ein UNHCR-Sprecher am Dienstag vor Journalisten in Genf. Die Geflohenen hätten dem UNO-Personal gesagt, dass die Bergregionen faktisch unter der Kontrolle der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi stünden und sich der Druck auf die Zivilbevölkerung täglich erhöht habe.

Rebellen-Vertreter zu Gesprächen in Rom
Zuvor hatte sich Frattini mit Jalil in Rom getroffen. Nach Angaben des italienischen Außenministers soll zudem Anfang Mai beim nächsten Treffen der Libyen-Kontaktgruppe in Rom der mögliche Verkauf von Öl durch die Rebellen auf der Tagesordnung stehen.

Italien, Frankreich und Katar als bevorzugte Partner

Jalil meinte Italien, Frankreich und Katar würden bei den zukünftigen Beziehungen des Übergangsrats bevorzugt. Frankreich, Italien und Katar haben den Übergangs-"Nationalrat" der Rebellen in Benghazi (Bengasi) als legitime Vertreter des nordafrikanischen Landes anerkannt.

EU und Österreich erkennen libyschen Übergangsrat nicht an
Im Gegensatz dazu erkennt die Europäische Union den "Libyschen Nationalrat" der Rebellen nicht an. Auch Österreich sieht weiter das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi als Vertretung des Landes. Die österreichische Regierung betrachtet zugleich den derzeitigen libyschen Botschafter in Wien, Ahmed Menesi, weiter als offiziellen Vertreter seines Landes, obwohl dieser sich Anfang März zur Rebellenregierung in Benghazi bekannte, die von Österreich nicht anerkannt wird.

Italien würde Gaddafi bei Lebensgefahr helfen

Der italienische Außenminister Franco Frattini hat am Dienstag in Rom erklärt, dass Italien dem libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi Hilfe leisten würde, sollte er in Lebensgefahr schweben. "Wir würden ihm wie jedem anderen Libyer helfen", erklärte der italienische Außenminister. Dasselbe gelte auch für die Anhänger Gaddafis. "Wichtig ist, das Voranschreiten Gaddafis zu stoppen, der ein blutrünstiger Machthaber ist", sagte Frattini bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Jalil.

Frattini: Übergangsrat will alle internationalen Verträge respektieren

Frattini betonte, Jalil habe ihm versichert, dass der nationale Übergangsrat der Rebellen alle internationalen Verträge respektieren werde, angefangen vom italo-libyschen Freundschaftspakt, den Libyen mit Italiens Premier Silvio Berlusconi im Jahr 2008 abgeschlossen hatte."Von dieser Basis wird eine Phase des Wiederaufbaus und des Neubeginns für ganz Libyen beginnen", meinte Jalil. Laut Jalil wollen die Aufständischen in Libyen den Beziehungen zur Ex-Kolonialmacht Italien sowie zu Frankreich und Katar Priorität einräumen. Wichtig sei auch die Kooperation mit Großbritannien und den USA, sagte Jalil.

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