Rekordspieler
»Kindheitstraum«: Altmeister Dzeko verkündet Bosnien-Rücktritt
Am 2. Oktober wird der 40-Jährige im Bilino Polje von Zenica zum letzten Mal das Trikot von Bosnien und Herzegowina tragen. Gegner ist Schweden – und passender könnte die Bühne für den Abschied kaum sein. Denn Džeko verlässt die Nationalmannschaft nicht einfach als Rekordspieler. Er geht als Gesicht einer Generation, Kapitän, Torjäger, Anführer und Symbol eines Landes, das mit ihm die größten Höhen und bittersten Tiefen erlebt hat.
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»Alles gegegben, was ich hatte«
"Nichts in meiner Karriere hat mich je derart mit Stolz erfüllt, wie dieses Trikot zu tragen", schrieb Dzeko in seiner Abschiedsbotschaft auf Instagram. "Wenn ich es in der Nationalmannschaft bis zum Alter von 40 Jahren geschafft habe, dann deshalb, weil ich wirklich alles gegeben habe, was ich hatte. Jedes Mal. Alles."
Seit seinem Debüt 2007 gegen die Türkei wurde Džeko zum Gesicht einer ganzen Fußball-Generation. 2014 führte er Bosnien erstmals zu einer WM-Endrunde und erlebte mit seinem Land historische Nächte. Unvergessen bleibt auch die Qualifikation für die WM 2026: Nach dem 1:1 gegen Wales setzte sich Bosnien im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Im Play-off-Finale gegen Italien folgte in Zenica der nächste Krimi. Nach dem 1:1 ging es erneut ins Elfmeterschießen – Bosnien gewann 4:1 und löste das WM-Ticket. Džeko war wieder mittendrin.
»Es war mein Kindheitstraum«
Zuvor hatte Bosnien auch bittere Momente erlebt, etwa im Wiener Ernst-Happel-Stadion, als Michael Gregoritsch beim 1:1 noch den Ausgleich für Österreich erzielte. Nun schließt sich der Kreis. Ende September stehen zunächst noch Auswärtsspiele gegen Polen und Rumänien an, ehe am 2. Oktober gegen Schweden der letzte Tanz folgt.
Džeko geht als Rekordspieler und Rekordtorschütze, aber vor allem als Kapitän, Anführer und Identifikationsfigur. 151 Spiele, 73 Tore – Zahlen, die seine Ära dokumentieren. Seine Geschichte aber erzählen die großen Nächte, die Tränen, die Siege und die Bilder feiernder Bosnier auf den Straßen. Am 2. Oktober sagt Bosnien nicht einfach einem Fußballer Adieu. Es verabschiedet ein Stück seiner eigenen Fußballgeschichte. Und Dzeko seinen "Kindheitstraum".