Mit "Vampires"-Show

Konzert-Hammer: Johnny Depp ließ St. Pölten beben

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Hollywood-Alarm um Johnny Depp in St. Pölten. Am Samstag rockte er mit seinen „Vampires“ beim VAZ Open Air. 7.000 Fans filmten mit. Abseits der Bühne zeigte er sich menschenscheu.
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„We Could Be Heroes - Just For One Day!“ In St. Pölten zog Johnny Depp am Samstag vor David Bowie den Hut. Freilich nur musikalisch, weil die an „Fluch der Karibik“ gemahnende Piraten-Kopfbedeckung wurde beim Gastspiel mit seinen Hollywood Vampires natürlich nicht angetastet. Dafür die Klassiker der Rockmusik. Unterstützt von Alice Cooper, Aerosmith-Star Joe Perry und Teufels-Gitarrero Tommy Henriksen zollte Depp, der meist stoisch in die Saiten drosch, beim VAZ Open Air den Legenden Tribut. „Wir sind die teuerste Barband der Welt und feiern unsere totgesoffenen Freunde!“ Böse Stimmen könnten freilich auch Grabgesang dazu sagen.

Hollywood Vampires © oe24 / Zeidler

Vom Opener „I Want My Now“, zu dem man bei einem Grusel-Video-Intro aus den Gräbern stieg, bis zum Finale rund um das Tiny-Bradshaw-Cover „The Train Kept A-Rollin’“ ließen die „Vampires“ für 7.000 Fans die unsterblichen Rock-Ikonen auferstehen: The Doors („Roadhouse Blues“), Jeff Beck („Beck’s Bolero“), The Who („Baba O’Riley“), Velvet Underground („Venus in Furs“), AC/DC („Highway To Hell“) und eben Bowie. Musikalisch nicht immer hochgradigst, aber voll Herz, Enthusiasmus und Respekt. „Das waren unsere Freunde und sind nun hoffentlich auch eure.“

Alice Cooper, der ein bisschen mit Geographie-Schwächen zu kämpfen hatte und St. Pölten nach „Vienna, Austria“ verlegte, gab dabei den Zeremonienmeister. Auch mit seinen Klassikern wie „I’m Eighteen“ oder dem von der Pink-Floyd-Hymne „Another Brick in the Wall“ und dutzenden Riesen-Wasserbällen begleiteten „School’s Out“. Joe Perry stimmte die Aerosmith-Hadern „Living on the Edge“ und „Walk This Way“ an und Johnny Depp durfte auch für „People Who Died“ ans Mikrofon. Dazu ließ man am überdimensionalen Videoscreen gleich noch mehr verblichene Helden hochleben. Von Jimi Hendrix über Tina Turner bis Ozzy Osbourne. Natürlich auch Freddie Mercury, der ja am Samstag seinen 80er gefeiert hätte.

Hollywood Vampires © oe24 / Zeidler

In Summe eine erdige Oldschool-Rock-’n’-Roll-Show, bei der es natürlich auch ein längst aus der Mode gekommenes Schlagzeugsolo zu hören gab und sich gefühlt 7.000 Handy-Kameras auf Johnny Depp konzentrierten.

Abseits der Bühne gab’s ja wenig Foto-Chancen! Depp kam am Freitag um 4.00 Uhr früh mit dem Tourbus aus Zagreb nach Wien, versteckte sich den ganzen Tag im noblen „Mandarin Oriental“-Hotel und verschwand am Samstag um 17.00 Uhr bei der Abreise Richtung St. Pölten aus einem Seiteneingang. Autogramme oder gar Selfies Fehlanzeige. Schräg: In St. Pölten ließ er sich dann sogar die paar Meter von der Garderobe zur Bühne mit einem abgedunkelten Van karren!