Heuer läuft es besser für KTM. Im ersten Halbjahr hat der KTM-Mutterkonzern Bajaj Mobility AG (ehemals Pierer Mobility) operativ deutlich zugelegt und beim EBITDA einen Gewinn von 37,6 Millionen Euro erzielt. Das EBITDA ist der Gewinn vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen. Erstmals war im zweiten Quartal 2026 auch das EBIT, der Gewinn vor Zinsen und Steuern positiv und drehte mit plus 1,3 Millionen Euro erstmals wieder komplett in die Gewinnzone.
Neuer Boss ist zufrieden
Konzernchef Gottfried Neumeister zeigt sich zufrieden mit dem heurigen Geschäftsverlauf. Man habe das Vertrauen der Kunden wieder gewonnen und den Umsatz verdoppelt (jetzt bei rund 700 Millionen Euro im ersten Halbjahr). "Wir verkaufen mehr Motorräder zu besseren Preisen, mit deutlich weniger Discounts und reduzierter Kostenbasis", meinte er. Man habe nun 18 Monate hart für den Turnaround gekämpft. "Wir haben im Vorjahr noch 165 Mio. Euro verloren, und das das ins Positive zu drehen ist ein großer Meilenstein", erklärte der neue Boss in Mattighofen.
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40 Prozent der Bikes in Indien verkauft
Der weltweite Kernabsatz (89.004 Stück) wurde hauptsächlich in Europa, Nordamerika und Australien vertrieben. Dazu kommen noch weitere 58.568 Stück, die in Indien verkauft wurden. Das sind 40% des Gesamtabsatzes von 147.572 Bikes.
Inder haben jetzt die Kontrolle
Da Bajaj Auto Ltd. inzwischen die Mehrheit an KTM übernommen hat und den indischen Markt komplett autark als Exklusivpartner steuert, fließen diese Verkäufe direkt in die indischen Bücher. Sie werden in den KTM-Konzernberichten als "zusätzlicher Absatz über strategischen Partner" ausgewiesen.
Stefan Pierer hat bei KTM nichts mehr zu melden. Er hat die operative Führung an Gottfried Neumeister abgegeben, die indische Bajaj-Gruppe hat die Sanierung vorangetrieben.
Bekenntnis zum KTM- Stammwerk
Wir wachsen über dem Markt“, so Neumeister, der das Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sieht. Im Motoren- und Komponentenwerk arbeite man bereits in einer zweiten Schicht. Bei der E-Mobilität sei man weltweiter Pionier gewesen, diese sei auch weiterhin wichtig. Zum KTM- Stammwerk im oberösterreichischen Mattighofen legte Neumeister ein klares Bekenntnis ab. Der Stellenabbau Anfang des heurigen Jahres sei "weitgehend abgeschlossen".
Mehr als 700 Jobs wurden im Jahresvergleich abgebaut, vor allem im mittleren Management. Die kleinen Straßenmaschinen kommen inzwischen aus Indien. Aber: "Alle Offroader kommen aus Österreich, auch die schweren Motorräder über 400 ccm werden hier produziert", betonte Neumeister den Standort Mattighofen als essentiell für KTM. Der Motorrad-Umsatz der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS stieg im ersten Halbjahr um 109,1 Prozent auf 579,6 Mio. Die weltweiten Lagerbestände seien heuer um 10.190 Stück reduziert worden. Der Motorsport bleibe weiter eine wichtige Säule für KTM.