Vom Himmel geholt

Kurioser Luftkampf: Adler zerlegt Drohne

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Ein Steinadler hat nahe Schneizlreuth unweit des Nationalparks Berchtesgaden eine Drohne attackiert und abgestürzt. Das Fluggerät war mit einer Wärmebildkamera bei einem Waldbrand im Einsatz.
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Das Vorfall im Grenzgebiet nahe Österreich zeigt die Konfrontation zwischen Natur und Technik. Wie die Polizei mitteilte, holte der Raubvogel das unbemannte Fluggerät direkt aus der Luft. In der betroffenen Region ist seit Langem ein Steinadler-Pärchen heimisch. Ob der Greifvogel bei dem Zusammenstoß Verletzungen davontrug, steht bisher nicht fest. Toni Wegscheider, Bartgeierexperte beim Umweltverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern), erklärte jedoch gegenüber Merkur.de, dass bislang kein Tier mit Verletzungen oder auffälligem Verhalten gesichtet wurde.

Reaktionen im eigenen Revier

Das Verhalten des Steinadlers kommt für den Experten nicht überraschend. Die Tiere reagieren grundsätzlich sehr empfindlich auf Flugobjekte in ihrem Territorium und verteidigen dieses aktiv. Zum Warnen nutzen sie einen charakteristischen Signalflug mit einem wellenförmigen Auf-und-Ab-Kurs, der als Girlandenflug bezeichnet wird. Die Botschaft "Bis hierher und nicht weiter" verstehen auch andere Arten wie die seit 2021 im Nationalpark wieder angesiedelten Bartgeier. Wegscheider nimmt an, dass der Adler vor dem Angriff auch die Drohne so gewarnt hat, das Gerät jedoch nicht reagierte.

Verbotene Flüge im Schutzgebiet

Rund ein Dutzend Steinadlerreviere gibt es im Nationalpark Berchtesgaden und seinem Umland. Einen vergleichbaren Vorfall gab es dort bisher nicht. Innerhalb des Nationalparks gilt ein generelles Drohnenflugverbot, das laut Wegscheider von Touristen jedoch regelmäßig ignoriert wird. Obwohl die Fluggeräte wegen ihrer Lautstärke keine unmittelbare körperliche Gefahr darstellen, bedeutet die Störung der Wildtiere ein großes Thema.

Gefahren durch direkte Zusammenstöße

In den Niederlanden gab es bereits Versuche, Adler für das Abfangen von Drohnen zu trainieren. Obwohl Greifvögel als robust gelten, besteht bei einem Zusammenstoß Verletzungsgefahr für die Tiere. Der Experte Wegscheider sieht den Einsatz von Raubvögeln zur Drohnenabwehr deshalb kritisch.