Das ist der Grund

LeBron James lehnt 100 Mio. Dollar ab!

© APA/AFP/VALERIE MACON
Das Geld, auf das LeBron James diesen Sommer freiwillig verzichtet hat, werden weit über 99 Prozent aller Profisportler in ihrer Karriere niemals verdienen.
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Knapp acht Millionen US-Dollar (6,94 Mio. Euro) erhält der 41-jährige Superstar dafür, in den kommenden beiden Saisonen für seinen neuen Club Philadelphia 76ers Basketball zu spielen. Hätte James nach acht Spielzeiten bei den Los Angeles Lakers verlängert, wären rund 100 Millionen Dollar mehr möglich gewesen.

Während James in den sozialen Medien teilweise Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen wird, loben ihn andere für den uneigennützigen Verzicht im Spätherbst seiner Karriere. Für den viermaligen NBA-Champion, der laut Forbes als erster aktiver Basketballer Milliardär geworden ist, geht es nicht mehr um die Finanzen, sondern um das historische Vermächtnis. In Fachkreisen wird mit Blick auf James nur noch diskutiert, ob er oder Michael Jordan der größte Profi der NBA-Historie ist.

Der Vergleich mit Michael Jordan

"King James" schrieb bereits Geschichte, indem er bei den Lakers als erster Spieler gemeinsam mit seinem Sohn (Bronny) in einem Team auflief. In NBA-Jahr 24 und 25 (kein anderer Profi zuvor schaffte mehr als 22 Saisonen) geht es für ihn nur noch um eins: sportliche Erfolge. Bei den Sixers sucht der globale Sportstar die Chance auf einen fünften Meisterschaftsring. Jordan hat in seiner Laufbahn sechs Titel gewonnen und kein Finale verloren. James dagegen stand bereits zehnmal in der Endspielserie.

"Ich will immer noch Opfer bringen. Ich will immer noch arbeiten. Ich will immer noch hart kämpfen", begründete James seine Entscheidung vor eineinhalb Wochen. Nach dem deutlichen Aus der Lakers in den Play-offs hatte er auch einen Rücktritt in Erwägung gezogen. Doch statt Rückzug steht James nun noch einmal ganz besonders im Rampenlicht. Analog zur berühmten Jordan-Doku "The Last Dance", die im Corona-Jahr 2020 veröffentlicht wurde, soll auch James' nächste Saison verfilmt werden.

Nicht alle lobten James für seine Entscheidung. Schon bevor der Superstar die wochenlange Hängepartie beendete, hatte TV-Experte Charles Barkley angemerkt, dass alles andere als eine Heimkehr nach Cleveland nicht stimmig sei. Bei jeder weiteren Option "würde er nur Jordan hinterherrennen", merkte der Ex-Profi an.

James' langjähriger Rivale Kevin Durant vergleicht die Sixers nun sogar mit den Golden State Warriors, mit denen Stephen Curry und er vor knapp zehn Jahren die Liga dominierten. "Sie haben vier 25-Punkte-Scorer. Also, natürlich denke ich, dass sie einer der Titelanwärter sind", sagte Durant. Neben James holten die Sixers in diesem Sommer auch Boston-Celtics-Star Jaylen Brown. Aufbauspieler Tyrese Maxey und der verletzungsanfällige Topcenter Joel Embiid waren bereits Teil des Teams.

Zwei Größen des Sports: LeBron James und Michael Jordan © Getty Images

Philadelphia nun ein echter Titelanwärter

Die Liga und ihr Commissioner Adam Silver sind vor allem froh, dass James seine Entscheidung endlich verkündet hat, nachdem sich der Prozess über mehrere Wochen gezogen hatte. Silver hatte im Juli deutlich den Druck auf James erhöht. "Wir müssen den Spielplan fertigstellen - und wo LeBron künftig spielt, beeinflusst unsere Planungen. Es wird beeinflussen, wie wir die erste Woche und Weihnachten planen. Deshalb muss er eine Entscheidung treffen", sagte der NBA-Boss.

Für Silver ist das Wichtigste, dass James der Liga als Zugpferd noch einmal mindestens ein Jahr - für das zweite der jeweils mit rund vier Millionen Dollar vergüteten Jahre hat James eine spielerseitige Option - erhalten bleibt. Und: Je näher James und die Sixers den Finals kommen, umso besser. Eine NBA-Finalserie zwischen den San Antonio Spurs um Ausnahmetalent Victor Wembanyama und Philadelphia mit James wäre für Silver das bestmögliche aller Szenarien.

Mit der Verpflichtung von Brown (er kam für Paul George) und James sind die Sixers in einem Sommer zum Titelanwärter geworden. Im Osten wird nur Titelverteidiger New York Knicks, an dem Philadelphia in der Vorsaison in der zweiten Play-off-Runde gescheitert war, ähnlich hoch gehandelt. James sei "einer der besten Athleten aller Zeiten", sagte Teambesitzer Josh Harris nach der Verpflichtung des Superstars. Die Leistungen des dreimaligen Olympiasiegers seien "legendär".

Philadelphias Erfolge dürften aber auch von der Gesundheit von Embiid abhängen. Nur, wenn der 2,13 Meter große Center fit bleibt, dürften die Sixers in einem möglichen Finale gegen San Antonio oder die Oklahoma City Thunder wirklich realistische Chancen auf den NBA-Titel haben. Ein solcher gelang dem Club zuletzt 1983. Seit 2001 hat Philadelphia keine Finalserie mehr erreicht. James lässt das