Freizeitbalance

Lernen braucht auch freie Zeit

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Gute Schulnoten entstehen nicht durch ständiges Lernen. Fachleute empfehlen einen ausgewogenen Tagesablauf mit konzentrierten Lernphasen, regelmäßiger Bewegung und festen Zeiten für Sport, Musik und Erholung. So können Eltern Lernzeiten, Bewegung und Hobbys sinnvoll planen.
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Volksschulkinder und Jugendliche zwischen elf und fünfzehn Jahren stehen heute oft unter großem Zeitdruck. Schule, Hausaufgaben, Nachhilfe, Sport und digitale Medien konkurrieren um Aufmerksamkeit. Pädagoginnen und Gesundheitsexperten sind sich jedoch einig: Erfolgreiches Lernen braucht nicht möglichst viele Lernstunden, sondern einen gut strukturierten Wechsel zwischen Konzentration, Bewegung und Freizeit.

Kurze Lernphasen sind oft effektiver

Für Kinder in der Volksschule reichen häufig 30 bis 60 Minuten konzentriertes Lernen pro Tag, verteilt auf kurze Einheiten. Wichtig ist ein ruhiger Arbeitsplatz ohne Handy oder Fernseher. Nach etwa 20 bis 30 Minuten sollte eine kurze Pause folgen – idealerweise mit Bewegung statt mit einem Bildschirm.

Bei Jugendlichen von 11 bis 15 Jahren können die Lernzeiten schrittweise verlängert werden. Sinnvoll sind 45- bis 60-minütige Lernblöcke mit 10 bis 15 Minuten Pause dazwischen. Mehrere Stunden ununterbrochenes Lernen führen oft zu sinkender Konzentration und höherer Fehlerquote.

Bewegung macht das Gehirn wieder aufnahmefähig

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) weist darauf hin, dass Bewegung nicht nur die körperliche Gesundheit fördert, sondern auch hilft, die Gehirnleistung wieder zu aktivieren. Kurze Bewegungseinheiten zwischen Lernphasen können daher die Aufmerksamkeit verbessern. Die Bewegungsempfehlungen sehen für Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität täglich vor. Langes Sitzen sollte regelmäßig unterbrochen werden. Zusätzlich werden mehrmals pro Woche muskelkräftigende und knochenstärkende Aktivitäten empfohlen.

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Handy nur, wenn es wirklich gebraucht wird

Viele Schülerinnen und Schüler lernen mit dem Smartphone direkt neben dem Heft. Jede Nachricht unterbricht jedoch die Aufmerksamkeit. Deshalb gilt eine einfache Regel:

  • Handy außer Sichtweite, wenn es nicht für die Aufgabe benötigt wird.
  • Benachrichtigungen ausschalten.
  • Für Recherche oder Lern-Apps bewusst festgelegte Nutzungszeiten vereinbaren.

Besonders effektiv ist eine "Lernzeit ohne Handy", die gemeinsam mit den Eltern festgelegt wird.

Sport im Verein schafft Struktur

Besonders hilfreich ist regelmäßiger Vereinssport, weil er feste Termine vorgibt und soziale Kontakte fördert. Geeignete Sportarten für Volksschulkinder sind:

  • Schwimmen
  • Turnen
  • Fußball
  • Tennis
  • Leichtathletik
  • Judo oder Karate
  • Volleyball

Für Jugendliche zwischen elf und fünfzehn Jahren kommen zusätzlich Basketball, Handball, Klettern, Rudern, Triathlon oder Orientierungslauf infrage. Entscheidend ist weniger die Sportart als die regelmäßige Teilnahme mit Freude an der Bewegung.

Musik fördert Konzentration und Ausdauer

Neben Sport sollten Kinder auch kreative Freizeitbereiche kennenlernen. Österreich verfügt über ein dichtes Netz an Musikschulen, die von rund 200.000 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Dort werden Instrumente wie Klavier, Gitarre, Violine, Schlagzeug, Flöte oder Trompete unterrichtet.

Auch Chorsingen ist eine wertvolle Ergänzung. Die Musikschulen Wien bieten Chöre und Gesangsunterricht für Kinder und Jugendliche in vielen Bezirken an. Gemeinsames Singen stärkt Rhythmusgefühl, Sprache, Atmung und soziale Kompetenz.

Ein realistischer Wochenplan

Ein ausgewogener Nachmittag könnte so aussehen:

Volksschul-Kinder 6 bis 10 Jahre:

  • 13.30 Uhr: Mittagessen und Erholung
  • 14.00 Uhr: Hausaufgaben
  • 14.30 Uhr: Bewegungspause
  • 15.00 Uhr: Lesen oder Üben
  • ab 15.30 Uhr: freies Spielen, Sport oder Musik

Jugendliche 11–15 Jahre

  • 15.00 Uhr: Snack und kurze Pause
  • 15.30 Uhr: Lernblock 1
  • 16.20 Uhr: Bewegung
  • 16.35 Uhr: Lernblock 2
  • ab 17.30 Uhr: Vereinssport, Musikschule, Chor oder Treffen mit Freunden

Nicht jeder Nachmittag muss verplant sein

Eltern machen häufig den Fehler, jede freie Stunde mit Förderangeboten zu füllen. Kinder brauchen jedoch auch unverplante Zeit, um sich zu erholen, kreativ zu sein oder einfach nichts zu tun. Übermäßige Terminfülle kann zu Stress, Schlafproblemen und Motivationsverlust führen.

Drei Termine pro Woche reichen oft aus

Für viele Familien hat sich folgende Faustregel bewährt:

  • täglich eine überschaubare Lernzeit,
  • täglich mindestens eine Stunde Bewegung,
  • zwei bis drei fixe Freizeitaktivitäten pro Woche wie Sportverein, Musikschule oder Chor,
  • mindestens ein weitgehend freier Nachmittag ohne verpflichtende Termine.

So entsteht ein Tagesrhythmus, der Leistung ermöglicht, ohne Kinder und Jugendliche zu überfordern. Denn nachhaltiger Schulerfolg entsteht dort, wo Lernen, Bewegung, Kreativität und Erholung im Gleichgewicht stehen.