Insolvenz-Schock
Liga rettet Traditionsverein vor Untergang: So geht es weiter
Es waren schicksalshafte Tage in Berlin. Der größte Footballverein der Hauptstadt, Berlin Thunder, befindet sich mit seiner FBG Football Berlin GmbH in einem Insolvenzverfahren. Bis zuletzt versuchten die Verantwortlichen, alles zu tun, um den Verein aus eigener Kraft zu retten.
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Doch der Kampf ging verloren, dann kam allerdings die überraschende Wende. Ausgerechnet die Liga, die Amerian Football League Europe (AFLE), schreitet ein und rettet mit dem "Notfallplan" nun den Traditionsverein. "Wir wollen den Spielbetrieb aufrechterhalten. Auch wenn es hierbei um viel Geld geht, war es für uns der notwendige Schritt, einzugreifen, die Gehälter zu zahlen und das Equipment zu erwerben. Der Spielbetrieb ist weiter gesichert", erklärt AFLE-COO Moritz Heisler gegenüber oe24.
Doch wie geht es nun weiter? Für Thunder ist die Saison nach dem Wochenende vorbei, der Einzug in die Play-offs wurde verpasst. Bei der Vorgänger-Liga, der European League of Football von Zeljko Karajica, war einer der Kritikpunkte, dass vor allem die Vereine im Liga-Besitz nicht mithalten konnten. Weiters gab es immer wieder Gerüchte, dass die Bedingungen alles andere als professionell gewesen seien. Einem solchen Vergleich schiebt man umgehend einen Riegel vor. Heisler: "Wir mussten handeln. Wir suchen nun nach einem geeigneten Investor, der die Berliner Franchise in eine erfolgreiche Zukunft führen kann."
Liga will weiter wachsen
Nach einem schweren Start in die neu gegründete Liga gab es vor allem zum Ende des Grunddurchgangs einige Football-Kracher. "Wir wollen etwas langfristig Erfolgreiches aufbauen. Dafür braucht es die Mannschaften und wir sind dafür verantwortlich, für die nötige Konstanz zu sorgen", so Heisler.
Auch Liga-Präsident und Ex-NFL-Coach Jim Tomsula ist sich der Bedeutung der Berliner Franchise bewusst. "Es wird auch nächstes Jahr ein Team aus Berlin in der AFLE geben", so der ehemalige Rhein-Fire-Meistermacher. Das Wunschszenario wäre, dass die Mannschaft dann auch unter dem Namen "Berlin Thunder" auflaufen kann, endgültig beschlossen ist dies allerdings noch nicht. Während es in der Konkurrenzliga EFA Gerüchte gibt, dass kommendes Jahr das Kontingent an europäischen Legionären zugunsten von mehr US-Stars gekürzt wird, setzt man in der AFLE weiter auf Konstanz.
Anhand des Beispiels der London Warriors sieht man, dass der eingeschlagene Weg funktionieren kann. Die Briten erlebten einen Katastrophenstart nach ihrer Gründung, doch mit einem beeindruckenden Run in der zweiten Saisonhälfte haben sie noch den Sprung in die Play-offs geschafft, wo man nächste Woche in Wien zu Gast ist. Auf eine ähnliche Leistungssteigerung hoffen die Verantwortlichen auch bei den Teams in Italien, der Schweiz und Frankreich, damit 2027 mit Berlin Thunder das nächste Kapitel einer Erfolgsgeschichte geschrieben werden kann.