Erbstreit

Lugner-Prozess: Jetzt packt "Zebra" über Ehe-Deal aus!

© Andreas Tischler / Vienna Press
Die juristische Auseinandersetzung um die Villa von Baumeister Richard Lugner in Wien-Döbling steuert auf ihren nächsten Höhepunkt zu. Wie ein enger Vertrauter der Familie gegenüber oe24 bestätigte, wird der Räumungsprozess gegen Witwe Simone Lugner im Dezember fortgesetzt – mit einer überraschenden Zeugin im Stand.
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Im Zentrum der Verhandlungsrunde im Dezember steht die Vernehmung von Karin Karrer, die der Öffentlichkeit unter dem Spitznamen "Zebra" als frühere Lebensgefährtin von Richard Lugner bekannt ist. Laut Informationen aus dem engsten Umfeld der Familie soll Karrer im Dezember vor Gericht detailliert über die Absprachen und Lebensmodelle des verstorbenen Baumeisters aussagen.

Demnach soll, wie oe24 erfuhr, auch ihr zu Lugners Lebzeiten ein konkretes Angebot unterbreitet worden sein: eine Eheschließung sowie die Betreuung und Pflege des Baumeisters gegen entsprechende finanzielle Zuwendungen und vertragliche Absicherungen. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, bevor Richard Lugner schließlich Simone Reiländer heiratete. Die Aussagen von Karin Karrer gelten als brisant, da sie Aufschluss darüber geben könnten, welche Absichten der Baumeister hinsichtlich seines Wohnsitzes und der Versorgung seiner Partnerinnen tatsächlich verfolgte.

Hintergrund der Räumungsklage gegen Simone Lugner

Der Rechtsstreit schwelt bereits seit Monaten und spaltet das Umfeld des verstorbenen Unternehmers. Geklagt wurde Simone Lugner von der Lugner Privatstiftung, die Eigentümerin der noblen Liegenschaft in Döbling ist. Die Stiftungsführung fordert den unverzüglichen Auszug der Witwe aus dem Anwesen. Simone hingegen beruft sich auf ein lebenslanges Wohnrecht, das ihr von Richard Lugner mündlich sowie in Vereinbarungen zugesichert worden sei.

Simone Lugner beim Gerichtsprozess im September. © Nathalie Martens

Die Gegenseite argumentiert hingegen, dass ein derartiges Wohnrecht rechtlich nicht wirksam im Grundbuch verankert worden sei und Simone Lugner keinen gültigen Mietvertrag oder Rechtstitel für die Weiternutzung der Immobilie vorweisen könne.

Weitreichende Konsequenzen für das Erbe

Die Vernehmung von Karin Karrer könnte eine entscheidende Weichenstellung für den gesamten Prozess bedeuten. Das Gericht muss klären, ob die Versprechungen des Baumeisters als rechtsverbindliche Zusagen oder lediglich als unverbindliche Absichtserklärungen im Rahmen von Partnerschaftsvereinbarungen zu werten sind.

Sollte das Gericht der Räumungsklage stattgeben, müsste Simone Lugner die Villa in Döbling endgültig räumen. Verliert die Stiftung hingegen den Prozess, bliebe der Witwe das vertraglich beanspruchte Wohnrecht erhalten. Der Verhandlungstag im Dezember verspricht daher eine wegweisende Entscheidung im erbitterten Kampf um das Vermächtnis von Richard Lugner.