Drei Verdächtige

Magdalena (4) in Pool ertrunken - Ermittlungen ausgeweitet

© Continental Milano Marittima
Neben dem Vater der kleinen Kärntnerin stehen nun auch zwei Hotelbetreiber im Fokus. Indes wurden neue traurige Details  des Urlauber-Dramas in Norditalien bekannt.
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Nach dem Tod der vierjährigen Magdalena in einem Hotelpool im Badeort Milano Marittima bei Cervia wurden die Ermittlungen nun ausgeweitet: Neben dem 56-jährigen Vater des - der übrigens seit Kindheitstagen in dem betroffenen Hotel immer wieder seinen Urlaub verbrachte - und gegen den wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt wird - stehen nun auch die beiden Betreiber des Continental im Fokus der Untersuchung. Dabei handelt es sich um zwei Männer im Alter von 58 und 68 Jahren, denen fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, heißt es aus Justizkreisen.

Todes-Drama am Tag vor der Abreise

Das Hotel direkt am Meer bei Cervia - mit Hotelpool, der offen,m aber leider nicht beaufsichtigt war. © Continental Milano Marittima

Die Obduktion ist demnach für Mittwoch geplant, die von der Staatsanwaltschaft von Ravenna beauftragt wurde. Nach ersten Erkenntnissen hatte die Familie des Mädchens kurz zuvor gemeinsam zu Mittag gegessen. Die Kärntnerin ging anschließend mit den beiden älteren Schwestern ins Hotelzimmer - vermutlich, um zu packen, da die Familie am Abend oder am nächsten Tag nach Österreich zurückreisen wollte -, während der Vater mit der Vierjährigen zunächst gemeinsam im Aufenthaltsbereich blieb. Um etwa 14.00 Uhr ging der Vater für etwa zehn Minuten ebenfalls aufs Zimmer, nachdem er seine Tochter gebeten hatte, in der Spielecke auf ihn zu warten - eine Entscheidung, die er für sein Leben lang bereuen sollte.

Überwachungskamera filmte Weg zum Todes-Drama

Aufnahmen der Überwachungskameras zeigten, wie das Mädchen hernach alleine die Stiege vom Hotel zur Poolanlage hinuntergeht und den Zugang zum Schwimmbecken erreicht. Sieben bis acht Minuten später betraten zwei junge Hotelgäste den Poolbereich, um schwimmen zu gehen. Die beiden Jugendlichen zogen das Kind aus dem Becken und holten Hilfe. Ein Arzt, der sich im Continental gerade Urlaub machte, begann sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die anschließend von Rettungskräften fortgesetzt wurden. Magdalena starb jedoch später im Krankenhaus.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nun die Frage, ob der Poolbereich ordnungsgemäß gesichert war. Laut bisherigem Stand war das Schwimmbecken zu diesem Zeitpunkt geschlossen und kein Bademeister im Dienst - doch der Zugang war offenbar geöffnet bzw. nicht so abgeschlossen, dass die Vierjährige daran gehindert worden wäre, zum Wasser zu gelangen. Die Poolanlage ist von der Straße aus durch eine Sichtschutzwand abgeschirmt und zwischen 70 und 150 Zentimeter tief.