Babler-Kehrtwende?

Marterbauer mit brisanten Aussagen zum SPÖ-Showdown

© APA/GEORG HOCHMUTH
Am Sonntag steigt der große Showdown in der SPÖ! Wer wird der neue Chef der Sozialdemokraten? Die Partei steht am Scheideweg. Finanzminister Markus Marterbauer war zu Gast in der ZIB 2 - auch zu den Themen Inflation und Spritkrise.
Zur Vollversion des Artikels

Kommt Gerhard Zeiler? Hält sich doch Vizekanzler Andreas Babler über Wasser? Oder kommt es doch zu einer Überraschung an der Parteispitze - etwa mit Ex-ORF-Chef und Rapid-Präsident Alexander Wrabetz?

Am Sonntag soll Klarheit herrschen, wie es mit der SPÖ weitergeht. Eines ist klar: Im aktuellen Status wird es nur noch weiter bergab gehen.

Finanzminister Markus Marterbauer war zu Gast in der ZIB 2 und stellte sich den brisanten Fragen zum SPÖ-Showdown, aber auch zu Inflation, Budget und Spritpreisbremse.

3,6 Prozent Inflation, dabei sind die Heizkosten noch nicht eingerechnet. Dazu die horrenden Treibstoffkosten, Marterbauer erklärt: "Wir können nur den nationalen Spielraum ausnutzen. Wir sind aber davon abhängig, was Trump einfällt. Wir sind vom weltweiten Spritmarkt abhängig."

"Wir wären noch zu mehr bereit, aber das muss in der Regierung abgestimmt werden. Wir müssen auf allen Ebenen schauen, dass wir dämpfen. Wir sind aber vom Rohölpreis abhängig - und der wird bestimmt vom kriegerischen Treiben im Nahen Osten", so der Finanzminister.

"Firmen könnten Paketsteuer selbst tragen"

Auch die neue Paketsteuer kommentierte Marterbauer: "Die Firmen könnten die Paketsteuer auch selbst tragen, sie entscheiden sich aber, diese weiterzugeben. Es werden aber die stationären Märkte dadurch geschützt, daher ist sie sinnvoll."

"Generell sind wir mit dem Defizit im Plan, das ist für uns wichtig. Und das, obwohl es sehr widrige Umstände gibt. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter, die Dürrehilfen sind ebenso ein Posten, das muss man auch betonen. Die Einnahmenseite hängt von der Weltwirtschaft ab, die Ausgabenseite können wir kontrollieren. Aber die Signale in der Industrie sind positiv", so der SPÖ-Politiker.

Über seine Krebserkrankung sagt er: "Mir geht’s eigentlich ganz gut, die Ärzte sind mit dem Fortschritt zufrieden. Meine letzte Chemotherapie gibt es im Oktober, die Ärzte und ich sind sehr positiv, dass ich mich erholen werde."

Babler vor Ablöse

Am Sonntag steigt der große Babler-Showdown, Marterbauer gibt sich defensiv: "Ich begrüße, dass es diese Sitzung gibt. Wichtig ist, dass miteinander geredet wird, wie man erfolgreich sein kann in Zukunft. Darum wird es vor allem am Sonntag gehen. Ich glaube nicht, dass dort solche Personalentscheidungen fallen werden."

"Ich hätte keinen Grund, an eine Ablösung von Andreas Babler zu drängen. Ich glaube, er wird Bundesparteichef bleiben. Ich arbeite hervorragend mit ihm zusammen", stützt der Finanzminister seinen Parteichef.

Sollte Marterbauer selbst gefragt werden, als Übergangs-Vizekanzler zu übernehmen? "Ich sehe diese Möglichkeit nicht! Meine Priorität ist, gesund zu werden und das Budget zu sanieren!"