Spanien. Vor dem Sieg gegen Elche zogen Kylian Mbappé, Vinícius Jr. und Ibrahima Konaté Ceuta-Solidaritäts-T-Shirts nur bis zur Brust hoch. Während das restliche Team das Shirt so trug, dass man es ganz sehen konnte, verweigerten die drei Stars sich das Leiberl mit der Aufschrift ganz anzuziehen.
Auf den Shirts prangte der Slogan "Todos somos caballas" (dt. "Wir sind alle Caballas", die Bezeichnung für Ceutas Bürger). Bei Mbappé und Vinicius war diese Zeile kaum zu erkennen, während der klein gedruckte Zusatz "Ceuta y sus caballeros de la mar" (dt. "Ceuta und seine Seefahrer") komplett verborgen blieb.
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Fankritik und Reaktionen
Die Aktion löste Fan-Proteste aus. In den sozialen Medien forderten Nutzer Pfeifkonzerte bis zum Abgang der Profis, Sperren ohne Gehalt durch Klubpräsident Florentino Pérez sowie ein Eingreifen des Vereins gegen die angebliche Verachtung der Millionäre gegenüber den Bewohnern Ceutas.
Mbappés Erklärung
Gegenüber der spanischen Zeitung "AS" begründete Mbappé seinen Schritt: Der Verein habe das Tragen zwar vorgegeben, er wolle aber keine Form des Leidens priorisieren. Neben der vollen Solidarität mit Ceuta habe er auch ein Zeichen für die Migranten setzen wollen, die unter harten Bedingungen leben oder ihr Leben verloren haben. Er habe nichts gegen die Menschen in Ceuta, fordere Positivität sowie Frieden und hoffe auf eine schnelle Lösung der Krise.
Mbappé sagt: "Es gibt Menschen, die leiden, und es bricht mir das Herz zu sehen, was in der Welt passiert. Ich bin ein junger Mann, der das Beste für die Welt will, in der wir leben. Ich möchte eine Botschaft der Positivität und des Friedens senden, und ich hoffe, dass diese Situation schnell gelöst wird."
Hintergrund zur Lage in Ceuta
Die Lage in der Exklave bleibt kritisch. Ende Juli rief die Region den Notstand aus, nachdem an zwei Tagen rund 80.000 Migranten – überwiegend junge Marokkaner – ankamen und mindestens 57 Menschen starben. Nach Angaben des Präsidenten von Ceuta befinden sich noch immer Tausende von ihnen vor Ort. Marokko beansprucht das Gebiet seit 1956 für sich.
Spanien baut derzeit Unterkünfte für bis zu 10.000 Menschen auf; bis Ende der Woche sollen 6.000 Plätze stehen. Ministerpräsident Pedro Sánchez wies Vorwürfe des Fehlverhaltens zurück und betonte, man sei vom Ansturm überwältigt worden. Neun von zehn Personen seien bereits nach Marokko zurückgekehrt. Sánchez bat die rund 84.000 Einwohner Ceutas um Geduld und strebt eine Stabilisierung bis Jahresende an.