Moldau-Romantik

Mississippi-Flair an der Elbe

© Karsten Thilo Raab
Zwischen Prag und Dresden führt eine außergewöhnliche Flussreise durch stille Landschaften, vorbei an prächtigen Schlössern und durch tausend Jahre Geschichte.
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Gemächlich setzt sich die MS Elbe Princesse (www.croisieurope.de) in Bewegung. Das moderne Schaufelradschiff mit kombiniertem Jetantrieb ist für geringe Wassertiefen und enge Flussabschnitte konzipiert, bringt seine Gäste auf Moldau und Elbe von der "Goldenen Stadt" bis ins barocke Dresden– und befährt dabei Passagen, die den meisten Flusskreuzfahrtschiffen verborgen bleiben.

Flussromantik: Mit der MS Elbe Princesse, dem Schaufelradschiff, durch Böhmen. © Karsten Thilo Raab

Prag aus neuer Perspektive

Vom Wasser zeigt sich Prag besonders eindrucksvoll: Über der Moldau erhebt sich die Prager Burg, darunter spannt sich die Karlsbrücke mit ihren barocken Heiligenfiguren über den Fluss. Türme, Kuppeln und rote Dächer bestimmen das Panorama. Die historische Altstadt gehört seit 1992 zum UNESCO-Welterbe. Hinter Prag wird es stiller. Die Moldau windet sich durch bewaldete Hügel und vorbei an kleinen Orten. Štěchovice markiert den Beginn der Moldau-Kaskade, eines Systems von Stauanlagen zur Energieerzeugung und zum Hochwasserschutz. Einen Abstecher lohnt Schloss Konopiště, einst Residenz von Erzherzog Franz Ferdinand.

Schlösser, Wein und weite Blicke

Ein landschaftlicher Höhepunkt ist das 43 Kilometer lange Slapy-Reservoir. Vor der Staumauer wendet das Schiff im engen Flusstal und nimmt wieder Kurs Richtung Prag. Nach insgesamt 430 Kilometern mündet die Moldau bei Mělník in die Elbe. Über beiden Flüssen thront das barocke Schloss, umgeben von Weinbergen. Bereits Karl IV. ließ hier im 14. Jahrhundert Reben aus Burgund pflanzen. Mit Schloss Nelahozeves wartet wenig später ein Meisterwerk der böhmischen Renaissance. Nur rund 200 Meter entfernt wurde 1841 Antonín Dvořák geboren; sein Geburtshaus ist heute ein Museum.

Finale im Elbflorenz

In Deutschland wird die Kulisse dramatischer. Die Elbe zieht durch das Elbsandsteingebirge mit seinen markanten Felsformationen, bevor Dresden das große Finale bildet. Frauenkirche, Semperoper, Zwinger, Hofkirche und Brühlsche Terrasse formen die berühmte Silhouette. Rund 340 Flusskilometer, zehn Schleusen und tausend Jahre mitteleuropäische Geschichte liegen zwischen Prag und Dresden – eine Reise voller Burgen, Wein, Musik und Flussromantik.

verfasst von Karsten Thilo Raab