Die aktuelle Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zur Einstellung der Bevölkerung gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen zeigte, dass jeder zweite keinen Muslim als Nachbar haben will. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat die Studie jüngst präsentiert, jetzt wird sie von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) kritisiert.
"Politische Debatte ist schuld"
Rund die Hälfte der Befragten gibt an, sich gestört zu fühlen, wenn Muslim:innen ihre direkten Nachbar:innen wären.
"Diese Zahlen sagen nichts über das Verhalten oder die Integrationsbereitschaft von Muslim:innen aus. Sie sind vielmehr ein Befund über den Zustand unseres gesellschaftlichen Klimas. Wenn die Hälfte der Menschen sagt, dass sie sich an muslimischen Nachbar:innen stören würde, müssen wir uns fragen, was in unserer Gesellschaft und in unseren politischen Debatten in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass eine solche Ablehnung so verbreitet scheint", behauptet Präsident Ümit Vural.
Auf Integrationsprobleme geht er in seinem Angriff auf die Politikerin nicht ein. Dass die Politik bei der Integration versagt hat ist laut ihm ein Fakt. Er wehrt sich dagegen, eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen.
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Die IGGÖ gibt zu, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Extremismus und demokratiefeindlichen Ideologien notwendig ist: "Diese muss aber eindeutig zwischen konkreten extremistischen Bestrebungen Einzelner und der muslimischen Bevölkerung insgesamt unterscheiden und wirksame Maßnahmen statt Symbolpolitik liefern."
Laut Vural soll die Studie Anlass sein, sich mit der zunehmenden sozialen Distanz gegenüber Muslim:innen und anderen Minderheiten sowie dem Anteil von Politik und öffentlichem Diskurs daran auseinanderzusetzen.