Oe24-Druck wirkt

"9.er" reagiert auf Taubenkot-Debakel

Kinder spielen im Taubendreck.
© oe24/Rudolf Preyer
Verkotete Bänke, verdreckte Pflastersteine, Anrainer, die sich zwischen Kot-Inseln hindurchschlängeln müssen: Der Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof sollte das neue Herzstück des Alsergrunds werden – 8 Millionen Euro wurden investiert, herausgekommen ist stattdessen ein Taubenklo. oe24 machte den Missstand publik, die Reaktion der Bezirksvorstehung fiel bislang mit zwei mickrigen Transparenten dürftig aus. Doch der öffentliche Druck zeigt jetzt Wirkung.
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Bewegung nach dem oe24-Bericht / Erfolg für Anrainer

Aufgrund des oe24-Berichts können wir nun einen ersten Erfolg vermelden: Die Bezirksvorstehung Alsergrund rudert zurück und kündigt gegenüber oe24 ein ganzes Maßnahmenpaket an. Stefanie Berger, Politische Referentin der Bezirksvorstehung Alsergrund, erklärt dazu:

"Das Problem der Verschmutzung des Platzes durch Tauben ist uns bekannt. Wir setzen bereits zahlreiche Maßnahmen und sind dazu in engem Austausch mit der MA 48 und den Waste Watchern. Die neuen Schilder zur Bewusstseinsbildung sind dabei nur eine von vielen weiteren Maßnahmen. Dazu zählen etwa dichtere Reinungsintervalle durch die MA48 sowie verstärkte Kontrollen der Waste Watcher am Julius-Tandler-Platz."

Ob die Plaketten wohl helfen?
b die Plaketten wohl helfen? © oe24/Rudolf Preyer

Kommt jetzt doch ein Taubenkobel?

Berger versichert weiters: „Auch der Wunsch nach einem Taubenschlag wird von den zuständigen Dienststellen der Stadt erneut geprüft. Einen entsprechenden Antrag haben wir im Bezirksparlament bereits beschlossen. Unser Ziel ist es, hier eine nachhaltige Lösung zu erreichen und die Situation vor Ort zu verbessern."

An den Taten wird man die Bezirksvorstehung messen müssen.

Taubenschlag wird auch von Birdlife vorgeschlagen

Bemerkenswert: Genau jene Lösung, die Fachleute von Birdlife Österreich und auch die Opposition seit Monaten fordern – ein betreuter Taubenschlag mit Brutmanagement –, wird nun tatsächlich von den zuständigen Dienststellen der Stadt erneut geprüft. Ein entsprechender Antrag wurde im Bezirksparlament bereits beschlossen.

Ein erster Schritt – die Anrainer bleiben wachsam

Für die geplagten Anrainer des Julius-Tandler-Platzes ist das freilich nur ein erster Lichtblick nach Monaten des Ärgers – mehr nicht. Dichtere Reinigungsintervalle durch die MA 48 und verstärkte Kontrollen der Waste Watcher klingen gut auf dem Papier, doch verkotete Bänke lassen sich damit allein nicht wegwischen. Ob aus den vollmundigen Ankündigungen tatsächlich saubere Bänke und ein taubenfreier Platz werden, oder ob es – wie schon bei den zwei Transparenten – bei bloßen Absichtserklärungen bleibt, wird sich erst zeigen müssen. oe24 bleibt an der Sache dran und wird genau kontrollieren, ob den Worten der Bezirksvorstehung diesmal auch Taten folgen.

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