Überprüfung steht an

Mysteriöser Fehler schaltet Airbus-Triebwerk aus

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Zweimal schaltete sich ein Triebwerk bei Airbus-Flugzeugen ohne Grund ab. Nun muss die betroffene Baureihe überprüft werden.
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Dezember 2024: Ein Airbus A320neo von der Fluglinie Air New Zealand flog von Wellington nach Sydney. Der Flug verlief unauffällig. Nach 40 Minuten setzte der Pilot einen "Mayday"-Notruf ab. Er bat, am nächstmöglichen Flughafen notzulanden.

Der Grund: Eines der beiden Triebwerke hatte sich völlig überraschend abgeschaltet. Die Crew konnte die automatische Abschaltung nicht nachvollziehen. Sie fand es grundlos. In Auckland konnte der A320neo notlanden.

Kleiner Haltstift verbogen

Die neuseeländische Unfallbehörde TAIC erklärte in ihrer Untersuchung, dass nicht das Triebwerk selbst, sondern der Feuerlöschschalter im Cockpit dafür verantwortlich war. Scheinbar war schon bei der Montage ein kleiner Haltstift verbogen, wodurch der Schalter sich nicht mehr sicher in seiner eingerasteten Position befand.

Normale Flugvibrationen haben schließlich ausgereicht, dass der Schalter selbstständig heraussprang. Das Flugzeug wertete dies als das Auslösen des Feuerlöschsystems und schaltete das Triebwerk aus. Laut den Ermittlern hat der Pilot den Schalter nicht selbst berührt.

Ähnlicher Vorfall zwei Jahre später

Fast zwei Jahre später geschah ein ähnlicher Vorfall. Ein Airbus A350 von British Airways war auf dem Weg von Las Vegas nach London. Mitten in der Nacht wurde über dem Atlantik vor der kanadischen Küste ein Triebwerk ohne Grund abgeschaltet.

Die Crew konnte das Triebwerk wieder neu starten. Sie hat sich mit dem technischen Support am Boden beraten. Die Crew stellte fest, dass das Feuerlöschsystem im abgeschalteten Triebwerk aktiviert war. Sie konnte das System deaktivieren und das Triebwerk wieder hochfahren. Die Maschine konnte sicher wie geplant in London landen.

"Potenziell katastrophale Folgen"

Die britische Pilotenvereinigung BALPA warnt mit ungewöhnlichen Sicherheitshinweisen ihre Mitglieder vor diesem Problem. Sie spricht von "potenziell katastrophalen Folgen". Der Fehler kann dabei jederzeit ohne Vorwarnung auftreten.

Laut BALPA ist die plötzliche Abschaltung eines der Triebwerke auf Reiseflughöhe eine große Herausforderung für die Piloten. Besonders gefährlich kann der Fehler beim Steigflug oder kurz vor dem Take-off werden. Es könnte sogar zu einer Katastrophe kommen.

BALPA mit Warnung an Crews

Der Feuerlöschschalter befindet sich im Overhead-Panel weit oben und gehört normalerweise nicht zum routinemäßigen Blickfeld der Piloten. Besonders in der Nacht kann der Schalter einfach übersehen werden.

Auch die elektronischen Warnmeldungen weisen nicht sofort auf tatsächliche Probleme hin. Aus diesem Grund fordert die BALPA die Crew auf, bei mysteriösen Warnmeldungen den Feuerlöschschalter zu überprüfen.

Entscheidung um A350 wird noch getroffen

Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat für die Modelle A319, A320 und A321 eine Lufttüchtigkeitsanweisung veröffentlicht. Airlines sind verpflichtet, die betroffenen Feuerlöschschalter zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Die Frist läuft bis November 2027.

Aktuell ist davon der Airbus A350 nicht betroffen. Doch nach dem Vorfall bei British Airways hat die EASA nun auch eine Lufttüchtigkeitsanweisung für dieses Modell angeregt. Mitte August wird die Entscheidung gefallen, ob auch der A350 zur Inspektion muss.