12Cilindri Manuale

Nach "Luce"-Debakel: Ferrari kehrt zu Wurzeln zurück

© Lorenzo Marcinno'
Ferrari kehrt mit ihrem neuen "Ferrari 12Cilindri Manuale" zum manuellen Schaltgefühl zurück. Der Sportwagen mit V12-Motor soll in limitierter Auflage mit einer by-wire-Technologie kommen.
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Mit dem "Luce" sorgt Ferrari für viel Aufregung. Im Westen wurde das Auto nur kritisiert. In China hingegen ist der E-Wagen ein Verkaufsschlager. Um wieder die Kritiker für sich zu gewinnen, hat der Sportwagenhersteller einen neuen "Handschalter" für seinen Zwölfzylinder präsentiert.

In Zeiten von Doppelkupplungsgetrieben werden manuelle Getriebe fast kaum in Supersportwagen eingesetzt. Nun will Ferrari mit einer limitierten Sonderedition des Ferrari 12Cilindri an alte Zeiten erinnern. In 1.499 Exemplaren kommt eine moderne Version der Handschaltung zum Einsatz, so "Motor1".

High-Tech eingebaut

Der 6,5-Liter-V12-Saugmotor des Supersportlers bringt eine Leistung von 611 kW (830 PS) auf die Straße und dreht bis 9.500 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 340 km/h. Von 0 auf 100 km/h braucht der Ferrari 12Cilindri rund 2,9 Sekunden. Die 200-km/h-Marke erreicht der Wagen in 7,9 Sekunden.

Der Gangwechsel erfolgt manuell. Ferrari verwendet dafür ihr eigenentwickeltes "Manuale-by-Wire"-System. Dabei wird kein klassisches, rein mechanisches Schaltgetriebe verwendet, sondern eine hochkomplexe Kombination aus High-Tech-Elektronik und haptischer Mechanik. Dafür nutzt das System die mechanische Basis und die Performance-Vorteile des bekannten 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes (DCT), spricht aber dieses völlig neu an.

© Kai Grossmann

Im Auto befindet sich ein echter Schalthebel und ein Kupplungspedal. Die ersten sechs Gänge sowie der Rückwärtsgang sind gekoppelt. Per Knopfdruck kann auch in einen vollwertigen Automatikmodus gewechselt werden. Dank des cleveren "Coasting-Managements" wird beim Verzögern das Verhalten einer herkömmlichen Kupplung simuliert, wodurch das Auto fließend in den Leerlauf geleitet werden kann.

Mechanische Sperre schützt vor Verschalten

Das Schaltsystem ist mit weniger als 3,5 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht. Das Getriebe ist so konstruiert, dass es ein klassisches Schaltgetriebe exakt nachbildet. Dadurch soll der Fahrer sehr genau spüren, wann der Gang sitzt.

© Kai Grossmann

Wer sich oft verschaltet, dem helfen in diesem Wagen Sensoren. Eine mechanische Sperre blockiert den Hebel, wenn man ohne getretene Kupplung oder in einen unzulässigen, den Motor überdrehenden Gang zu schalten versucht. Erst wenn alle Werte passen, kann der Gang ausgewählt werden. Die Akustik im Innenraum soll das Klicken und Arbeiten der Schalteinheit besser hörbar machen.

Im Cockpit wird der Schalthebel sehr hervorgehoben. Der Schaltknauf aus Aluminium hat ein integriertes, hintergrundbeleuchtetes Display. Es zeigt den eingelegten Gang und Modus an.