"Geschmacklos"
Nach Shitstorm: Martha Stewart entschuldigt sich für Halloween-Kostüm
Halloween ist die Zeit der gruseligen und manchmal auch provokanten Kostüme. Doch was sich Martha Stewart (85) dieses Jahr geleistet hat, stieß auf wenig Begeisterung. Auf Instagram präsentierte sich die TV-Ikone in zerschlissenen Jeans, mit Schmutz im Gesicht und einer alten Wollmütze. Der wohl umstrittenste Teil ihres Outfits: Ein Pappschild in ihren Händen mit der großen Aufschrift: "I AM HUNGRY HELP ME!!" (Ich habe Hunger, helft mir!!)
Shitstorm für Martha Stewart
Als wäre es nicht schon geschmacklos genug, dass eine Frau mit einem geschätzten Vermögen von 400 Millionen US-Dollar das Leid der Ärmsten der Gesellschaft als Verkleidung nutzt, setzte Stewart noch einen drauf. Der Post diente in Wahrheit einer Werbeaktion. In der Bildunterschrift bewarb sie fröhlich ihre eigene Kerzen-Kollektion, die sie beim Teleshopping-Sender QVC vertreibt, mit den Worten: "Meine QVC-Kerzen sind perfekt für Halloween!!!".
Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzester Zeit entlud sich ein massiver Shitstorm auf all ihren Social-Media-Kanälen. "Lies den Raum, Martha. Die Menschen da draußen kämpfen wirklich ums Überleben", lautete nur einer von unzähligen wütenden Kommentaren. Nutzer auf Plattformen wie Instagram und Reddit warfen der 85-Jährigen vor, völlig weltfremd, empathielos und abgehoben zu sein. Stewart reagierte zwar relativ prompt und löschte den Beitrag – doch das Internet vergisst nie. Screenshots des geschmacklosen Auftritts verbreiteten sich schnell weiter.
Die "Entschuldigung", die keine war
Nach der heftigen Kritik veröffentlichte Stewart kurz darauf ein Statement. Doch anstatt echte Reue zu zeigen, erklärte sie, ihr Kostüm habe lediglich "mehr Aufmerksamkeit auf das sehr ernste Thema Obdachlosigkeit lenken" sollen. Sie sei "bestürzt", dass sich Menschen von ihrem Outfit angegriffen gefühlt hätten. Diese Rhetorik nach dem Motto "Es tut mir leid, dass DU dich beleidigt fühlst" heizte die Wut der Fans nur noch weiter an. Kritiker warfen ihr vor, Armut zu verhöhnen und forderten sie auf, lieber ihr Vermögen an Obdachlosenheime zu spenden, anstatt sich als Aktivistin aufzuspielen.
"Ich habe großen Mist gebaut"
Als der Druck weiter wuchs, sah sich Stewart gezwungen, noch einmal zurückzurudern. In einem zweiten Statement gab sie schließlich zu, dass ihre erste Erklärung "nicht weit genug ging". Um den Schaden zu begrenzen, räumte sie ihre Fehleinschätzung ein: "Es ist schwer zuzugeben, wenn man wirklich großen Mist gebaut hat. Ich weiß, dass viele Menschen in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Ein solches Kostüm zu tragen, wie ich es getan habe, war taktlos und nicht lustig. Es tut mir sehr leid."