In einem Interview mit dem US-Sender ABC News verteidigte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj die Attacken auf russische Ölraffinerien als direkte Antwort auf die Zerstörung der ukrainischen Energieinfrastruktur durch Russland. Damit reagierte Selenskyj auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte den ukrainischen Präsidenten am Samstag scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, den Krieg gar nicht beenden zu wollen. Zudem würden die Angriffe auf russische Raffinerien die weltweiten Dieselpreise belasten. Laut ABC News sagte Trump dazu: "Wir haben gesagt, sie können mit Russland machen, was sie wollen, aber keine Raffinerien angreifen, weil das ein globales Problem verursacht". Weiter fragte der US-Präsident: "Und was macht er? Er greift Raffinerien an."
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Vorwürfe wegen steigender Dieselpreise
Selenskyj trat diesen Vorwürfen im Gespräch mit Moderator Jonathan Karl entgegen. Der ukrainische Präsident betonte dabei: "Ich habe es Präsident Trump und seinem Team mehrmals gesagt: Wir wollen Frieden, wir sind bereit für einen Waffenstillstand, wir sind bereit, mit jeglichen Schritten zur Deeskalation zu beginnen". Er forderte von Trump, Druck auf Russland auszuüben, damit dieses seinerseits die Attacken auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstellt: "Und wenn die Russen wollen, dass wir ihren Diesel, ihre Raffinerien und so weiter nicht angreifen, dann bitten wir Präsident Trump, ihnen ein Signal zu geben, die Energieinfrastruktur der Ukraine nicht anzugreifen."
Bedingung für Wahlen in Ukraine
Als Kompromiss bot Selenskyj einen gegenseitigen Verzicht auf Attacken an und formulierte dies direkt: "Hört auf, uns anzugreifen. Hört auf, unsere Kinder zu töten. Wir werden aufhören, eure Diesel anzugreifen. Und ich denke, das ist ein fairer Deal." Darüber hinaus äußerte sich der ukrainische Präsident zu möglichen Neuwahlen. Er zeigte sich grundsätzlich offen für den Urnengang, stellte jedoch eine klare Anforderung. Russland müsse im Vorfeld einen 60-tägigen Waffenstillstand einhalten. Abschließend betonte Selenskyj in Bezug auf die demokratische Abstimmung: "Es liegt an den Ukrainern, ihre Führung zu wählen".