Nach dem Wahlerfolg der Demokraten bei den US-Midterms schöpft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Hoffnung. In einem Gespräch mit Satiriker Jan Böhmermann für das "ZDF Magazin Royale" sprach er von einer möglichen Wende für sein Land. Die sogenannte "blaue Welle" in den USA könnte die Ukraine einem Frieden mit Russland näherbringen.
Selenskyj hofft auf mehr Waffen aus den USA
Auch interessant
In einem am Mittwoch veröffentlichten Ausschnitt der Sendung erklärte Selenskyj, er hoffe auf zusätzliche finanzielle Unterstützung und weitere Waffenlieferungen. Außerdem könnten die Demokraten die Beziehungen zwischen den USA und Europa wieder stärken.
Selenskyj verwies dabei auf Aussagen aus den Reihen der Demokraten, die eine Erneuerung der transatlantischen Verbindung in Aussicht stellen. Ein stärkeres Engagement Washingtons könnte auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin unter Druck setzen. Dadurch rücke ein möglicher Frieden näher, so die Hoffnung des ukrainischen Präsidenten.
Trump unter Druck – Folgen für Ukraine noch offen
Bei den US-Kongresswahlen am Dienstag konnten die Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit zurückerobern. Das schwächt US-Präsident Donald Trump vor allem innenpolitisch. Welche konkreten Auswirkungen das Ergebnis auf seine Außenpolitik und den Ukraine-Krieg haben wird, ist allerdings noch offen.
Trump steht bereits länger wegen seines als russlandfreundlich kritisierten Kurses in der Ukraine-Politik unter Druck. Im Oktober hatte er per Dekret vom Kongress beschlossene Russland-Sanktionen ausgesetzt und damit auch Kritik aus den eigenen Reihen ausgelöst.
Ob die neue Machtverteilung in Washington tatsächlich zu mehr Unterstützung für Kiew führt, wird sich erst zeigen. Selenskyj verbindet mit dem Wahlausgang jedenfalls große Hoffnungen.