Aufsteirern 2026

Nach Wirbel: Veranstalter streichen beliebte "Queere Hütte"

© toxeenfox / RosaLila PantherInnen
Beim Grazer Volkskulturfest Aufsteirern 2026 wird es keine Fortsetzung von "Jodie’s Fuxteiflswüde Jausn-Hüttn" der RosaLila PantherInnen geben. Der steirische LGBTIQ-Verein bedauert die Absage sehr.
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Erst war sie ein riesiges Politikum, dann eine Riesengaudi: Die liebevoll mit rosa Dirndlstoffen und bunten Blumen geschmückte Hütte der RosaLila PantherInnen in der Stubenberggasse war ein beliebter Publikumsmagnet und Treffpunkt. Menschen verschiedenster Generationen und politischer Überzeugungen kamen dort zusammen, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter fast aller Parteien. Man wollte einen Platz schaffen, an dem Berührungsängste verschwinden, Vorurteile abgebaut werden und queeres Leben als Teil der steirischen Gesellschaft und Volkskultur sichtbar ist.

Keine Einladung vom Veranstalter

Dass der Verein heuer von den Veranstaltern hinter dem Fest, der Ivents Kulturagentur, nicht mehr eingeladen wurde, bedauert man sehr. Heuer neu soll jedoch eine Hütte von Sozialvereinen sein. Das passt zu vielen Neuerungen zum 25. Jubiläum, wie etwa dem erstmals zweitägigen Bespielen der Grazer Herrengasse.

Land Steiermark weist Verantwortung von sich

Laut einem Bericht von "kleine Zeitung" heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann und Volkskulturreferent Mario Kunasek (FPÖ), dass man mit dem Aus für die Hütte der PantherInnen nichts zu tun habe und dies Sache der Veranstalter sei. Im Vorjahr war über die Teilnahme allerdings sehr wohl auch von höchster Stelle mitentschieden worden. Damals verbot das Land Steiermark, das das Fest mit 660.000 Euro jährlich fördert, die Teilnahme der PantherInnen zunächst ganz.

© toxeenfox / RosaLila PantherInnen

Absage bereits vor Monaten erfolgt

Nach einem großen Aufschrei trafen sich Vertreter aus dem Landeshauptmannbüro, die Veranstalter und der Verein zu einem Gipfel in der Burg. Die Sorge um den Markenkern des Fests konnte damals ausgeräumt werden. Dennoch gibt es heuer keine Fortsetzung. Die Absage kam schon vor Monaten und wurde nun vom Verein öffentlich gemacht, da oft nach den Vorbereitungen gefragt wurde.

"Beim Reden kommen d’Leut zamm. Genau dafür steht die Steiermark", sagt Vereinsvorstand Joe Niedermayer enttäuscht: "Ein Volkskulturfest darf kein Platz für politischen Hickhack sein, für Menschenwürde aber sehr wohl. Denn in der Steiermark hält man zamm und lost kan hint!"