"Es können Eltern, Großeltern, so wie ich, für die Kinder, für die Enkelkinder, auch alle Verwandten und Freunde einen finanziellen Beitrag leisten, einen Grundstock legen", kündigte Kanzler Christian Stocker (ÖVP) noch vor knapp zwei Wochen an. Im Begutachtungsentwurf sieht das aber anders aus.
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Gemeint war damit das steuerlich begünstigte Zukunftsdepot, auf das jährlich bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden können. Für Neugeborene gibt es einen Startbonus von 500 Euro vom Staat. Stocker hatte übrigens auch angekündigt, dass das Depot "steuerbefreit" ist. Allerdings ist nur der Wertzuwachs steuerfrei (keine Kapitalertragsteuer, 27,5 %), laufende Zinsen oder ausgeschüttete Dividenden sind es nicht.
Nur Erziehungsberechtigte können einzahlen
Nun der nächste Dämpfer für das "Zukunftsdepot". Denn entgegen der Ankündigung Stockers können nur die Erziehungsberechtigten einzahlen. Omas, Opas, Paten, Tanten und Co. müssen den Umweg gehen und den Eltern das Geld geben, das eingezahlt werden soll. In zerstrittenen Familien vielleicht nicht immer ganz einfach...
Die NEOS begründen den eingeschränkten Kreis der Einzahler jedenfalls damit, dass das Finanzministerium bei der Ausarbeitung der Legistik auf Bestimmungen zur Geldwäsche-Prävention hingewiesen habe. Das Finanzministerium selbst verweist gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" auf die Einigung der Regierungsparteien.
Finanzbildung ohne Einzelaktien
Weiterer Kritikpunkt am "Zukunftsdepot": Es kann nicht in Einzelaktien investiert werden, sondern nur in Fonds. Der Präsident des Interessenverbandes für Anleger, Florian Beckermann, bemängelt: "Das ist die eigentliche Geschichte hinter der Finanzbildung, was passiert, wenn ich direkt am Kapitalmarkt teilnehme als Aktionär, und das wird hier ausgespart." Gleichzeitig müsse aber auch hier die Risikostreuung berücksichtigt werden.
Bevorzugte Fonds investieren in den USA
Zudem werden Fonds bevorzugt, wo Gewinne wieder reinvestiert und nicht ausgeschüttet werden. "Und diese Fonds investieren in den USA. Bedeutet ganz konkret: Es wäre attraktiver, das Geld der Kinder jetzt in Fonds anzulegen, die in den USA investieren und nicht in Österreich oder in Europa", so Beckermann im ORF-Radio.
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl verteidigt die Ausgestaltung des "Zukunftsdepots": "Es war ja auch bisher schon die gelebte Realität, wenn Großeltern beispielsweise Summen an Enkelkinder weitergeben wollen, dass das ja in der Regel auch jetzt schon über die Eltern gemacht worden ist."