Nach Waldner-Aus
Nächster FIS-Knall: Hannes Trinkl deutet Rücktritt an
Am 11. Juni löste Alexander Ospelt (der im oe24-Interview über seine Pläne sprach) den umstrittenen FIS-Präsidenten Johan Eliasch an der Spitze des internationalen Ski-Verbandes ab. Die Hoffnung war groß, dass nun endlich wieder Ruhe einkehren würde. Doch der Liechtensteiner Anwalt hat wohl in seinen ersten Wochen noch mehr Probleme zu klären, als ihm wohl lieb ist.
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Spätestens seit der langjährige Renndirektor Markus Waldner vor wenigen Tagen völlig überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte, zeigte sich, wie verhärtet die Fronten hinter den Kulissen sein dürften. Offiziell heißt es, sei Waldner der Druck zu hoch geworden, doch es verdichten sich die Gerüchte, dass das Vorgehen einiger FIS-Granden zu einem großen Streit geführt haben soll und das Schock-Aus die Konsequenz daraus gewesen sei.
Beim FIS-Gipfel in Genf, bei dem vor wenigen Tagen die Weichen für die Zukunft gestellt werden sollten, dürfte die Lage endgültig eskaliert sein. Doch Waldner könnte nicht der letzte wichtige Mann im Skizirkus der Herren sein, der kurz vor dem Auftaktwochenende in Sölden (Sa., 24. Oktober, 10.00 Uhr: Damen-RTL im oe24-LIVE-TICKER und So., 25. Oktober , 10.00 Uhr: Herren-RTL im oe24-LIVE-TICKER) die Reißleine zieht.
Hannes Trinkl: "Schockstarre"
oe24 sprach mit Speed-Renndirektor Hannes Trinkl, der mit dem Südtiroler Waldner ein Dream Team in der Abwicklung von Abfahrten und Super-G bildete. Trinkl meinte, dass er seit der überraschenden Entscheidung sich in einer "Schockstarre" befinde: "Der Rücktritt von Markus ist eine Katastrophe für den ganzen Sport."
Der 58-jährige frühere Abfahrtsweltmeister meinte weiter: "Ich habe sehr eng mit ihm zusammengearbeitet und weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Ich bin tatsächlich unentschlossen." Ob er ebenfalls zurücktreten könnte, wollte er zumindest nicht ausschließen.
Waldner hatte keine Zeit für Urlaub
Mit wie viel Überzeugung und Leidenschaft Waldner seinem Beruf nachging, hebt Trinkl ebenfalls hervor: "Markus hat für diesen Job, der eigentlich mehr als ein Fulltimejob ist, gelebt. Er war ununterbrochen dafür da, er hatte nicht einmal Zeit, Urlaub zu machen." Der Oberösterreicher versucht auch, seinen ehemaligen Chef zu überreden, seine Entscheidung zu überdenken, doch bisher ohne Erfolg. "Ich bin schockiert, dass man so einen guten Mann gehen lässt. Wir probieren es eh, ihn zu überreden. Aber jetzt ist er einmal weg."
Die Agenden von Waldner in Sölden übernimmt der Frauen-Renndirektor Peter Gerdol. Trinkl dazu: "Das ist aber nur eine Zwischenlösung, auf die Dauer kann sich das nicht ausgehen."
Die Suche nach einem geeigneten Waldner-Nachfolger wird für die FIS-Bosse ein Wettlauf gegen die Zeit. Trinkl auf die oe24-Frage, ob er den Job übernehmen könnte: "Nein, allein schon deshalb nicht, weil ich nicht viersprachig bin (der Südtiroler Waldner spricht deutsch, italienisch, englisch und französisch), dazu kann ich längst nicht alle Bereiche wie Terminkoordination, Fernsehen und so weiter abdecken. Da hat Markus einen brutal guten Job gemacht."