Überraschung in Oslo

Navanethem Pillay erhält Friedensnobelpreis

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Der Nobelpreis geht an Navanethem Pillay. Die südafrikanische Juristin half bei der Aufklärung des Völkermords in Ruanda 1994.
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Vor der Verkündung galten der ukrainische Kinderrechtsaktivist Mykola Kuleba (54) und die russische Oppositionelle Julia Nawalnaja (50) als Favoriten für den Friedensnobelpreis. Überraschend ging er nun an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Sie wurde für ihren Einsatz für universelle Rechtsprinzipien ausgezeichnet, insbesondere für ihre Rolle bei der Aufklärung des Völkermords in Ruanda 1994.

"In historischen internationalen Gerichtsverfahren hat sie gezeigt, dass rechtliche Maßnahmen helfen können, Kriegshandlungen und Gewalt zu verhindern", begründet die Jury u.a. die Entscheidung.

Stationen einer Karriere

Das Nobelpreis-Komitee würdigte Pillays Lebensweg: In Durban (Südafrika) während der Apartheid geboren, verteidigte sie früh Nelson Mandela und andere Regimegegner. Sie war Richterin am südafrikanischen High Court, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof.

"Sie war UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und bis vor Kurzem Vorsitzende der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zum besetzten palästinensischen Gebiet. Heute ist Navi Pillay Richterin am Internationalen Gerichtshof im Fall, in dem Myanmar des Völkermords angeklagt ist", heißt es in einem Statement des Nobelkomitees.

Durch ihre Unabhängigkeit und ihren Fachverstand habe Pillay das internationale Recht maßgeblich geprägt und gestärkt. In historischen Verfahren bewies sie, dass rechtliche Maßnahmen Kriege und Gewalt eindämmen können, was sie zu einer der angesehensten Juristinnen unserer Zeit mache.