Die Herstellung der riesigen Terrakotta-Armee für das Mausoleum des Kaisers Qin Shihuang im dritten Jahrhundert vor Christus war ein gigantisches Bauprojekt. Rund 8.000 lebensgroße Keramik-Soldaten und Pferde wurden dafür in mehreren unterirdischen Gruben aufgestellt. Bisher gingen Experten davon aus, dass ausschließlich männliche Erwachsene für diese anstrengende handwerkliche Aufgabe herangezogen wurden. Inschriften auf Lackwaren lieferten in der Vergangenheit aber schon Indizien, dass auch Frauen und sogar Kinder an den Arbeiten beteiligt waren.
Spuren der antiken Erbauer
Um dieses Rätsel zu lösen, untersuchten Forscher 79 laut Science Direct gut erhaltene Fingerabdrücke, die auf 36 Keramikfiguren hinterlassen wurden. Die Statuen wurden damals modular gefertigt: Köpfe, Arme, Beine und Körper entstanden separat und wurden später zusammengebaut. Dabei drückten sich die Arbeiter unabsichtlich in den feuchten Ton ein. Bisherige Analysen dieser Spuren nutzten oft fehlerhafte lineare mathematische Methoden, weil sie bestimmte Messwerte fälschlicherweise als unabhängig voneinander betrachteten. Die neue Forschungsarbeit setzt stattdessen auf ein modernes, sogenanntes bayesianisches Mischmodell.
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Große Zahl an Frauen und Kindern
Das Ergebnis dieses neuen Modells ist eindeutig und widerlegt die ursprüngliche Annahme eines rein männlichen Handwerksteams. Die komplexe Analyse der Fingerabdrücke zeigt eine überraschend vielfältige Zusammensetzung der antiken Arbeitskräfte:
- Exakt 45,0 Prozent der Spuren stammen von erwachsenen Männern.
- Etwa 32,7 Prozent lassen sich erwachsenen Frauen zuordnen.
- Rund 22,3 Prozent gehören zu Kindern und Jugendlichen.
Die Experten betonen, dass diese Prozentsätze lediglich die Häufigkeit der hinterlassenen Abdrücke widerspiegeln und nicht die exakte Anzahl der einzelnen arbeitenden Personen. Zudem weisen sie darauf hin, dass durch bestimmte Verhaltensmuster und die Nutzung eines modernen europäischen Referenzdatensatzes die tatsächliche Repräsentation von Frauen und Jugendlichen möglicherweise etwas überschätzt werden könnte. Finanziert wurde das Projekt vom "Ministry of Education Humanities and Social Sciences Youth Foundation Project".