Studie

Neuer Speicheltest könnte Übermüdung am Steuer künftig nachweisen

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Wer völlig übermüdet Auto fährt, kann genauso gefährlich unterwegs sein wie jemand unter Alkoholeinfluss. Forschende aus Zürich haben nun eine Methode entwickelt, mit der sich starker Schlafmangel erstmals über eine einfache Speichelprobe erkennen lassen könnte.
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Wer schon einmal mit viel zu wenig Schlaf in den Tag gestartet ist, kennt das Gefühl: Die Konzentration sinkt, die Reaktionen werden langsamer und selbst kurze Aufgaben fallen schwerer als sonst. Besonders problematisch wird das hinter dem Steuer. Müdigkeit zählt seit Jahren zu den unterschätzten Risiken im Straßenverkehr. Während sich Alkohol oder Drogen mit Tests nachweisen lassen, blieb starke Übermüdung bislang meist eine Vermutung. Genau das könnte sich nun ändern.

Forschende entdecken neue Hinweise im Speichel

Ein Forschungsteam aus Zürich hat einen Weg gefunden, akuten Schlafentzug anhand von Veränderungen im Speichel zu erkennen. Dabei geht es nicht um einen einzelnen Stoff, der nach einer durchwachten Nacht auftaucht. Stattdessen hinterlässt Schlafmangel eine Art biologischen Fingerabdruck aus verschiedenen Molekülen. Mithilfe moderner Labortechnik und künstlicher Intelligenz konnten die Forschenden diese Muster identifizieren und auswerten. Das Ergebnis: Bereits eine einzelne Speichelprobe könnte ausreichen, um Hinweise auf starke Übermüdung zu liefern.

Schlaflose Nacht hinterlässt deutliche Spuren

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Für die Studie untersuchten die Forschenden gesunde Erwachsene unter unterschiedlichen Schlafbedingungen. Ein Teil der Testpersonen blieb eine Nacht komplett wach, in einer weiteren Phase wurde der Schlaf über mehrere Tage verkürzt. Zusätzlich gab es eine Vergleichsphase mit normalem Schlaf.

Anschließend wurden hunderte Speichelproben analysiert. Dabei zeigte sich, dass sich der Stoffwechsel nach einer komplett schlaflosen Nacht deutlich verändert. Die Forschenden konnten bestimmte Muster erkennen, die besonders häufig bei akutem Schlafentzug auftraten. Am zuverlässigsten funktionierte die Methode in den Morgenstunden.

Interessant für Verkehr, Medizin und Schichtarbeit

Sollte sich das Verfahren in weiteren Untersuchungen bewähren, könnte es künftig in mehreren Bereichen eingesetzt werden. Vor allem im Straßenverkehr wäre ein objektiver Nachweis von Übermüdung interessant. Nach Unfällen ist oft schwer festzustellen, ob Sekundenschlaf oder starke Erschöpfung eine Rolle gespielt haben. Auch in Berufen, in denen Aufmerksamkeit besonders wichtig ist, könnte die Technologie eines Tages relevant werden, etwa in Krankenhäusern, im Flugverkehr oder bei Schichtarbeit.

Noch kein Test für den Alltag

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Bis ein solcher Speicheltest tatsächlich im Einsatz ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Die Untersuchung wurde bislang mit einer relativ kleinen Gruppe durchgeführt. Außerdem müssen die Forschenden noch klären, wie sich Faktoren wie Medikamente, Alkohol, Koffein, Krankheiten oder unterschiedliche Lebensstile auf die Ergebnisse auswirken.

Auch zeigte die Studie, dass vor allem akuter Schlafentzug erkannt wurde. Mehrere Nächte mit etwas zu wenig Schlaf ließen sich deutlich schwerer nachweisen.

Die Forschung steht noch am Anfang

Ein fertiger Schnelltest für Polizeikontrollen existiert derzeit noch nicht. Weitere internationale Studien sollen nun zeigen, ob die Methode auch außerhalb des Labors zuverlässig funktioniert.

Die Ergebnisse gelten dennoch als wichtiger Schritt. Denn erstmals gibt es Hinweise darauf, dass starke Übermüdung messbare Spuren hinterlässt und diese könnten in Zukunft ähnlich relevant werden wie Alkohol- oder Drogentests.