Herzalarm!

Notarzt-Alarm in Waidhofen/Ybbs

© APA/BARBARA GINDL
Die Initiative „Herzalarm" schlägt Alarm. Gemeinsam mit Mitautor Primararzt Alfred Lichtenschopf und weiteren Experten präsentiert die Initiative eine aktuelle Risikoanalyse gegen die geplante Schließung des Notarztstützpunktes in Waidhofen/Ybbs. Die Schließung ist für April 2027 vorgesehen.
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Das Papier umfasst 16 Seiten und zeichnet ein düsteres Bild für die Akutversorgung im inneren Ybbstal. Die Autoren warnen vor gravierenden Lücken, sollte der Stützpunkt tatsächlich geschlossen werden. Besonders die entlegeneren Gemeinden der Region gerieten dadurch in eine prekäre Lage.

Doppelte Last für Amstetten

Im Zentrum der Kritik steht die künftige Belastung des Notarzteinsatzfahrzeugs in Amstetten. Bislang versorgt das Fahrzeug rund 40.000 Einwohner. Nach der Schließung des Waidhofner Stützpunktes müsste es die Versorgung für 80.000 Menschen übernehmen – eine Verdoppelung des Einzugsgebiets.

Hilfsfrist von 30 Minuten in Gefahr

Die Risikoanalyse warnt zudem vor deutlich längeren Anfahrtszeiten. Die kritische Hilfsfrist von 30 Minuten drohe künftig zur Regel statt zur Ausnahme zu werden. Für Patienten in Notfällen kann diese Verzögerung im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

Hubschrauber oft am Boden

Als weiteres Problem nennt das Papier die Wetterabhängigkeit des Notarzthubschraubers. Dieser kann bei ungünstigen Bedingungen häufig nicht abheben. Allein im Dezember 2025 fiel der Einsatz an 15 Tagen witterungsbedingt aus – fast die Hälfte des Monats.

Sanitäter statt Ärzte in der Kritik

Kritisch sehen die Autoren auch den geplanten verstärkten Einsatz von Notfallsanitätern anstelle von Notärzten. Notfallsanitäter dürfen wichtige Medikamente nicht verabreichen. Die Autoren befürchten dadurch eine spürbare Verschlechterung der medizinischen Versorgung in akuten Notfällen.

Namhafte Experten mit im Boot

Neben Alfred Lichtenschopf wirkten weitere renommierte Mediziner und Gesundheitsexperten an der Risikoanalyse mit: Martin Gattermeier, Helmut Krenn, Rudolf Aschauer, Gerhard Gattringer, Klaus Katzensteiner und Raimund Tremetsberger.

Stadtpolitik fordert gleichwertigen Ersatz

Die Stadtpolitik in Waidhofen/Ybbs stellt sich hinter die Forderungen der Initiative. Vom Land Niederösterreich verlangt sie einen gleichwertigen und rechtzeitig abgesicherten medizinischen Ersatz, bevor der bestehende Stützpunkt abgeschafft wird.