"Walk of Shame"

Obonya und Rauch bei Aktion gegen Männergewalt

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Der Verein "StoP" hat mit einer Protestaktion auf der Kärntner Straße auf die anhaltende Gewaltwelle gegen Frauen aufmerksam gemacht. Prominente Unterstützung gab es dabei etwa von Ex-Sozialminister Johannes Rauch und Schauspieler Cornelius Obonya.
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Im Schnitt kommt es auch heuer alle zwei Wochen zu einem Femizid in Österreich, also zur Ermordung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Auf diese besorgniserregende Bilanz sollte am Freitagvormittag ein "Walk of Shame" auf der Kärntner Straße in der Wiener Innenstadt aufmerksam machen. Organisiert wurde die Aktion vom Verein "StoP" (Stadtteile ohne Partnergewalt), mit Unterstützung von Vertretern aus Politik und Medien.

Mehrere Männer mit gebücktem Rücken und den Händen am Boden bewegten sich dabei langsam entlang der Einkaufsmeile zur Wiener Staatsoper, während andere Plakate mit der Aufschrift "Nie wieder Femizid!" mit sich trugen. "Immer wenn wir nichts tun, unterstützen wir auch automatisch dieses System, von dem wir als Männer profitieren", sagte der für die Kunstperformance verantwortliche Theatermacher Stefan Ebner. Aus Sicht der Vereinsvorsitzenden Maria Rösslhumer brauche es gegen Gewalt an Frauen vor allem "Männer, die ein Zeichen setzen".

100 Männer unterstützen Kampagne von "StoP"

Daneben trat Ex-Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) als offiziell 100. Mitglied einer im Vorjahr gestarteten Männerkampagne von "StoP" bei einer Pressekonferenz nach dem "Walk of Shame" auf. Rauch forderte zur Gewaltprävention eine "strukturelle gesetzliche Verankerung" sowie "einen nationalen Aktionsplan, der auch mit Geld hinterlegt ist". Rauch prangerte neben physischer Gewalt auch abfälliges Verhalten an. Dabei nannte er im Speziellen den ehemaligen Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck und Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, die beide unter anderem nach Sexismus-Vorwürfen von ihren Posten zurücktraten.

Für den ebenfalls anwesenden Schauspieler Cornelius Obonya sei indes auch ausschlaggebend, wie "Eltern den Sohn und den Mann erziehen und vorbereiten auf eine Gesellschaft, die natürlich männlich dominiert ist". Es sei zudem "erschreckend, wie viele aus der Kulturbranche nichts tun."