"Höchste Priorität"

Öffnungszeiten: Wirbel um Schellhorn-Vorstoß

© APA/HELMUT FOHRINGER
Lockerungen bei den Ladenöffnungszeiten haben für Deregulierungs-Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) nun "allerhöchste Priorität".
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In die Debatte um eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten dürfte Bewegung kommen. Geht es nach Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS), sollen die Öffnungszeiten für eigentümergeführte Geschäfte, in denen der Unternehmer selbst arbeitet, ausgeweitet werden. Zudem plant er längere Öffnungszeiten für personallose Nahversorger und Smart Stores, wie der "Kurier" am Dienstag berichtete. Um die viel debattierte Sonntagsöffnung geht es ihm derzeit allerdings nicht.

Das Vorhaben habe bei Schellhorn jedenfalls "allerhöchste Priorität". "Die Menschen leben längst im 21. Jahrhundert. Unsere Ladenöffnungszeiten müssen dort endlich ankommen", betonte Schellhorn gegenüber der Zeitung. Nicht zuletzt gehe es darum, wie man lebendige Ortskerne mit Nahversorgern erhalten könne. Beide Vorschläge liegen dem Bericht zufolge noch diese Woche zur Koordinierung den Regierungspartnern ÖVP und SPÖ vor.

Rewe-Österreich-Chef für Ausweitung

Zuletzt forderte Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten in Österreich von 72 auf 78 Wochenstunden.

Von der Gewerkschaft GPA gab es jedenfalls schon eine Abfuhr. Vorsitzende Barbara Teiber über das Rewe-Anliegen: "Und täglich grüßt das Murmeltier: Längere Öffnungszeiten bringen keine höheren Umsätze – sie erhöhen nur den Druck auf Beschäftigte und verschärfen den Wettbewerb zulasten kleinerer Betriebe.“

GPA-Chefin Barbara Teiber. © APA/GEORG HOCHMUTH

GPA: "Axt an die Lebensqualität" von Angestellten

Aber auch für Schellhorns jetzigen Vorstoß dürfte es wenig Verständnis der GPA geben. Nach dem Rewe-Vorstoß hielt Teiber bereits fest: „Dass es bei der Verlängerung der Öffnungszeiten von Automatenshops nur darum geht, bald überall länger öffnen zu dürfen, ist offensichtlich, wenn gleich die Forderung nach einer längeren Öffnungszeit im normalen Geschäft mittransportiert wird. Wer jetzt Automatenshops oder hybride Modelle als Türöffner für Sonn- und Feiertagsverkauf nutzt, legt die Axt an die Lebensqualität von hunderttausenden Handelsangestellten."