Territoriale Lieferbeschränkungen - besser bekannt als "Österreich-Aufschlag" - waren der Regierung schon kurz nach ihrem Amtsantritt ein Dorn im Auge. In Zeiten hoher Inflation würde ein Ende des "Österreich-Aufschlags" zumindest bei einigen Produkten zu günstigeren Preisen führen. Seit dem Aufschlag beim Aus des "Österreich-Aufschlags" im Sommer 2025 ist die Sache aber etwas eingeschlafen. Die SPÖ macht nun neuen Druck.
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Und das zu Recht! Denn wie eine neue oe24-Auswertung zeigt, sind die Preisunterschiede - etwa zu Deutschland - nach wie vor gravierend. Das Extrembeispiel: Lorenz Paprika Chips (150 g) kosten beim Billa in Wien 2,99 Euro, beim Rewe in Passau allerdings nur 1,99 Euro. Hierzulande ist der Snack also um rund 50 Prozent teurer!
Bei territorialen Lieferbeschränkungen zwingen internationale Konzerne österreichische Händler, nur bei den jeweiligen Österreich-Ablegern einzukaufen. Dadurch können in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Preise entstehen.
Neben Österreich sind übrigens auch folgende EU-Länder von Preisaufschlägen durch territoriale Lieferbeschränkungen betroffen:
- Belgien
- Tschechien
- Luxemburg
- Niederlande
- Kroatien
- Griechenland
- Slowenien
SPÖ-Klubvize Julia Herr will nun neue Bewegung in die Sache bringen. Am Donnerstag und Freitag tagen die Staats- und Regierungschefs in Brüssel - auch der Binnenmarkt steht auf der Tagesordnung.
Herr fordert von Kanzler, Druck zu machen
Zwar hat die Kommission bereits Besserung gelobt, das Tempo ist Herr allerdings zu langsam. Sie fordert nun von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), gemeinsam mit Partnern Druck zu machen. Herr gegenüber oe24: "Der Österreich-Aufschlag gehört besser heute als morgen abgeschafft. Ich habe null Verständnis, wenn internationale Konzerne bei den Österreichern abkassieren. Der Kanzler muss jetzt gemeinsam mit unseren Partnern Druck machen, damit die EU in die Gänge kommt."