Platz 4 bei Schulden

Österreich zahlt für neue Schulden so viel wie zuletzt 2011

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Die Republik stockte zwei Bundesanleihen auf und sammelte 1,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein. Die Finanzschuld des Bundes liegt nun bei 322 Milliarden Euro. Die Zinskosten steigen bis 2031 deutlich. Österreich liegt bei Staatschulden pro Kopf auf Platz 4 in der EU. Rund 47.000 Euro sind es...
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Seit der Zinswende der Notenbanken im Jahr 2022 müssen Staaten wieder deutlich mehr Zinsen für ihre Neuverschuldung zahlen.

Die Durchschnittsrendite der 10-jährigen österreichischen Bundesanleihe ist mit 3,69 Prozent nun bereits so hoch wie zuletzt im März 2011.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) © APA/GEORG HOCHMUTH

Bei der nun aufgestockten Bundesanleihe (Laufzeit 2025-2032) betrug die akzeptierte Durchschnittsrendite 3,413 Prozent und bei der Bundesanleihe (2012-2062) 4,027 Prozent.

“Im aktuell vorherrschenden, sehr volatilen Marktumfeld performen die österreichischen Staatsanleihen weiterhin relativ gut aufgrund ihres 'Safe Haven'-Status”

Markus Stix, Chef der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA)

Der Zinsabstand zu deutschen Bundesanleihen sei "stabil geblieben". Die Deutschen zahlen etwas weniger für neue Schulden als Österreich. Sie sind auch weniger stark verschuldet, kämpfen nun aber mit einer maroden Infrastruktur.

Österreich bei Staatschulden pro Kopf auf Platz 4

Österreich hat die vierthöchsten Staatsschulden pro Kopf in der EU © selektiv

Österreich hat die vierthöchsten Staatsschulden pro Kopf in der EU. Wie selektiv auf Grundlage von Eurostat-Daten zeigt, entfielen auf jeden Einwohner Österreichs  Ende März 46.811 Euro Schulden des Gesamtstaats, insgesamt waren es 431 Mrd. Euro.

  • Mehr sind es pro Kopf nur in Belgien (59.102 Euro), Italien und Frankreich.
  • Der EU-Schnitt liegt bei 34.745 Euro, Deutschland mit 34.769 Euro fast exakt darauf.

Volkswirtschaftlich sagen Pro-Kopf-Werte allerdings wenig aus, weil sie mit dem Wohlstand steigen. So kommt Griechenland pro Kopf auf weniger Schulden als Österreich, bei einer fast doppelt so hohen Schuldenquote (143,5 % des BIP). Aussagekräftiger ist die Quote: Mit 83,3 % liegt Österreich knapp über dem EU-Schnitt (82,9 %). Seit Anfang 2023 ist sie aber um 3,4 Prozentpunkte gestiegen, im Euroraum nur um 0,4.

Den Anstieg bremsen soll der Konsolidierungsplan von Finanzminister Markus Marterbauer, der mit Jahreswechsel Andreas Babler als Vizekanzler nachfolgen soll.

Finanzschuld des Bundes beträgt 322 Mrd. Euro

Die OeBFA kümmert sich um die Aufnahme von Schulden, um das Schuldenportfoliomanagement und die Kassenverwaltung des Bundes. Ende August lag die Finanzschuld des Bundes bei 321,5 Mrd. Euro mit einer effektiven Verzinsung von 2,10 Prozent per annum und einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 12,02 Jahren.

Die Republik Österreich hat sich durch die Niedrig- bzw. Nullzinsphase in den Jahren 2009 bis 2022 viele Milliarden Euro an Zinskosten erspart. Seit der Zinswende muss die Regierung aber wieder deutlich höhere Zinskosten budgetieren.

Höhere Zinsausgaben aufgrund steigender Staatsschulden und eines höheren Zinsniveaus schränken den budgetären Spielraum der ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierung auch in den kommenden Jahren deutlich ein.

Österreich zahlt schon über 8 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr

Österreich musste 2025 für seine Staatsschulden Zinszahlungen von rund 8,3 Mrd. Euro bzw. 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufwenden.

Bis 2028 soll der Anteil der staatlichen Zinsausgaben am BIP auf 2,0 Prozent steigen.

Bis 2031 steigt der Anteil weiter auf 2,5 Prozent. Das geht aus dem Budgetbericht im Juni hervor.