Bei der UNO
Österreichs First Lady auf Steuerzahler-Kosten in New York
Für Bundespräsident, Kanzler und Außenministerin war es der große Auftritt auf der Weltbühne.
Im überdimensionalen Sitzungsaal, wo die UNO-Vollversammlung tagt, saßen Alexander Van der Bellen (82), Christian Stocker (66) und Beate Meinl-Reisinger (48) aufgereiht nebeneinander und lauschten der internationalen Politprominenz. Vor allem natürlich der mit Spannung erwarteten Ansprache von US-Präsident Donald Trump (80).
Dem gelang in seiner Rede wieder mal das Kunststück eines wilden Rundumschlags: Neben einer Lobeshymne auf sich selbst kündigte er kurzerhand erneut an, den Iran in die "Hölle" zu schicken, wenn es keinen Deal gebe und - dem nicht genug - benannte Trump kurzerhand die Künstliche Intelligenz in "Super Intelligence" um.
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Die drei Repräsentanten Österreichs hatten auch ihren Auftritt: Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz führten sie durch die Weltlage. Vor allem der Bundespräsident kassierte massive Kritik, weil er Israel "Kriegsverbrechen" vorwarf. Die Reaktionen folgten prompt und fielen heftig aus. Unverständnis angefangen vom israelischen Außenminister Gideon Sa'ar (59) über den hiesigen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch (63) bis hin sogar zur FPÖ.
Kanzleramt gegen Hofburg
Nach dem Van-der-Bellen-Auftritt und der internationalen Empörung fühlte sich selbst das heimische Kanzleramt am Mittwoch auf oe24-Nachfrage zu einer Klarstellung veranlasst:
"Österreich hat durch seine Geschichte eine besondere Verantwortung gegenüber dem Staat Israel. Das Existenzrecht Israels steht außer Frage. Genauso außer Frage steht für uns auch die Verbindlichkeit des Völkerrechts. Die Feststellung einer Rechtsverletzung ist Aufgabe der Gerichte", so die inhaltliche Aufklärung vom Ballhausplatz Richtung Hofburg.
Gemeinsame Pressekonferenz
Um wohl keine innerösterreichische diplomatische Krisenstimmung auszulösen, richtete man sich die Klarstellung lieber über institutionelle Umwege aus. Stocker hätte Van der Bellen auch einfach live vor Ort bei der Pressekonferenz in New York korrigieren können, wenn er das gewollt hätte.
Van der Bellen bei Mamdani
Dass VdB nach seinem Auftritt dann auch noch beim New Yorker Bürgermeister und Israel-Hasser Zohran Mamdani (34) vorbeischaute, passte ins schiefgeratene Bild. Bei dem kurzen Video, das der Bundespräsident auf seinen Social-Media-Kanälen teilte, war die Freude des Alexander Van der Bellen nicht zu übersehen. Das vertraute, fast schon herzlich wirkende Lachen der beiden wollte kaum enden.
Als "stolzer Europäer" habe er einen stolzen New Yorker getroffen.
Stimmt fast: Mamdani ist Bürgermeister von New York. Van der Bellen im Hauptberuf eigentlich Bundespräsident Österreichs.
Bei aller Aufregung fand eine Dame bis dato noch so gut wie keine Erwähnung: Doris Schmidauer (63). Die Frau von Van der Bellen war auch mit in New York. Lachend saß sie im UN-Saal hinter ihrem Mann und Kanzler Stocker, als Meinl-Reisinger in einer Instagram-Story einen gemeinsamen Schnappschuss postete.
Bundespräsident, Kanzler und Außenministerin - im Hintergrund: Präsidenten-Gattin Doris Schmidauer
Welche Rolle hat die Frau des Bundespräsidenten neben dem Kanzler, der Außenministerin und der diplomatischen Begleitdelegation bei einer UN-Reise nach New York?
Die Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg erklärt auf oe24-Nachfrage:
“Doris Schmidauer war in ihrer ehrenamtlichen Rolle als First Lady Teil der Delegation, weil sie im Rahmen der UNO-Generalversammlung zu Terminen eingeladen war, zum Beispiel beim "Summit of First Ladies and Gentlemen Global Platform" veranstaltet von Olena Selenska [Anm. d. Red. die Frau von Wolodymyr Selenskyj].”
Statement Präsidentschaftskanzlei
Ehrenamtliche Rolle zahlt der Steuerzahler
Die ehrenamtliche Rolle der österreichischen Präsidentengattin zahlt in der Regel der Steuerzahler. So auch, wenn es nach New York geht. Auf oe24-Nachfrage, wer für die Kosten von Frau Schmidauer aufkomme, heißt es aus der Hofburg:
“Als Teil der Delegation werden die Kosten von der Präsidentschaftskanzlei getragen.”
Statement Präsidentschaftskanzlei
Generell beschwichtigt man aus der Hofburg: "Die Teilnahme an der UN-Generalversammlung ist für die Partner der Staatschefs üblich, es gibt im Versammlungssaal sogar eigene Plätze für die Partnerinnen und Partner."
Die First Lady auf Reisen
Ihre "ehrenamtliche Rolle als First Lady" legte Schmidauer bereits letztes Jahr sehr politisch aus und war schon damals an der Seite ihres Mannes in New York.
Kosten noch unklar
Was den österreichischen Steuerzahler die Schmidauer-Reise nach New York kosten wird, steht noch nicht fest. Die Abrechnung werde erfahrungsgemäß noch etwas dauern, heißt es aus der Hofburg gegenüber oe24.
Van der Bellen und Trump mit Gattinnen
Van der Bellen ist übrigens nicht der Einzige, der sich als Staatsoberhaupt von seiner Gattin begleiten lässt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte seine Frau Melania an seiner Seite.
Wohl die einzige Gemeinsamkeit zwischen dem österreichischen Präsidenten und dem US-Präsidenten...