Regierung

ÖVP will jetzt doch die Fußfessel für "Gefährder"

© APA, Hans Klaus Techt
Debatte gewinnt nach Anschlag auf CSD in Berlin wieder an Fahrt ++ auch GPS-Armband wäre möglich
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Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin nimmt nun auch die politische Diskussion in Österreich über den Umgang mit Gefährdern Fahrt auf. ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl machte am Freitag Druck, die Verwendung einer Fußfessel für potenzielle Attentäter einzuführen. Diesen Vorschlag werde man in Gesprächen mit den Regierungspartnern SPÖ und NEOS einbringen, kündigte er in einer Pressekonferenz an.

ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl. © APA/HANS KLAUS TECHT

"Die Fußfessel für Gefährder halte ich für richtig", so Gödl, der auch Sicherheitssprecher seiner Fraktion ist. Daher werde man - auch im Hinblick auf den Anschlag in Berlin - den Rechtsbestand ändern. Ein erster dahingehender Schritt sei bereits die Messenger-Überwachung gewesen. Die Fußfessel für Gefährder sei daher eine "logische Fortentwicklung" im Vorgehen gegen Terrorismus.

Auch GPS-Armband möglich

Auch ein GPS-Armband, wie es Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) erwähnt hatte, kann sich Gödl im Bereich der Gefährder vorstellen: "Auch das wäre aus meiner Sicht ein gangbarer Weg." Derartige Maßnahmen hätten "nichts mit genereller Überwachung zu tun". Tatsächlich handle es sich nur um wenige Fälle.

Gesprächsbereit zeigte sich umgehend die SPÖ. "Der Schutz von Frauen und die Sicherheit unseres Landes haben höchste Priorität. Deswegen ist die Einführung einer Fußfessel bzw. eines GPS-Armbandes für Gewalttäter eine notwendige Weiterentwicklung des Gewaltschutzes und der Sicherheitsarchitektur in Österreich", meinte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner. Gemeinsam mit Innen- und Justizministerium habe ihr Ressort dazu bereits eine Arbeitsgruppe initiiert.

"Guter Dinge" bei Wehrdienstreform

In diesem Zusammenhang hatte Gödl auch die "stringente, konsequente Asylpolitik" seiner Partei betont und auf die jüngsten von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) veröffentlichten Zahlen verwiesen. Demnach befindet sich die Zahl der Asylanträge derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit rund 23 Jahren. Auch der ÖVP-Klubchef sieht daher die "Asyl-Wende" als gelungen. Und auch die beim Familiennachzug geplante Verordnung zur Quotenregelung sei auf Schiene.

Bei einem weiteren Sicherheitsthema, der Reform des Wehrdiensts, zeigte sich der ÖVP-Klubchef ebenfalls optimistisch. Es sei auch seine Kernaufgabe, die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für die Änderungen beim Zivildienst zu verhandeln. Daher werde man natürlich sowohl mit der FPÖ als auch den Grünen reden. Gödl ist "guter Dinge", dass im Herbst eine legistische Lösung gefunden sein wird.