Es war ein Vorhaben, das selbst erfahrene Extremsportler für kaum machbar hielten: Bartłomiej Kubkowski wollte die Ostsee durchqueren – von der schwedischen Küste bis nach Polen. Rund 160 Kilometer lagen vor dem 31-Jährigen. Kein Landgang, kein Schlaf, keine Pause. Mehr als zwei Tage lang sollte sein Körper nur funktionieren. Nach etwa 55 Stunden im Wasser erreichte Kubkowski schließlich sein Ziel und schrieb damit Geschichte: Noch nie zuvor war ein Mensch diese Strecke schwimmend bewältigt.
Strenge Regeln machen die Herausforderung noch härter
Die Bedingungen waren gnadenlos. Während des gesamten Schwimmens durfte Kubkowski nicht schlafen und keinen direkten Kontakt zu seinem Begleitboot aufnehmen. Die Versorgung erfolgte während des Schwimmens über eine Stange: Darüber bekam der Athlet Nahrung und Flüssigkeit gereicht – stoppen durfte er nicht. Mit jedem Kilometer wurde die Belastung größer. Stundenlang gegen Wellen, Kälte und Erschöpfung anzukämpfen, forderte seinen Tribut.
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Krämpfe, Schmerzen und Halluzinationen
Nach vielen Stunden im Wasser begann der Körper des Schwimmers zu kämpfen. Extreme Krämpfe plagten ihn, dazu kamen laut Berichten sogar Halluzinationen. Doch Kubkowski machte weiter.
Mehr als 200.000 Armzüge und rund 55.000 verbrannte Kalorien später war sein Körper am Limit – aber sein Wille stärker.
Vier Versuche scheiterten – Aufgeben kam nicht infrage
Der Erfolg war alles andere als selbstverständlich. Vor seinem historischen Durchbruch hatte Kubkowski bereits vier Versuche unternommen – jedes Mal ohne Erfolg. Besonders bitter: Beim letzten Versuch musste er nach rund 159 Kilometern abbrechen – nur wenige Kilometer vor dem Ziel.
Doch der Pole gab nicht auf. Für ihn ging es nicht nur um einen Rekord, sondern auch um einen guten Zweck. Mit seiner Aktion sammelte er Spenden für Menschen, die an Krebs erkrankt sind.
Der Moment der Erlösung
Beim fünften Anlauf klappte es schließlich. Als Kubkowski völlig erschöpft den Strand in Polen erreichte, hatte er kaum noch Kraft. Doch dann setzte er seine letzten Reserven frei, ging aus dem Wasser und riss triumphierend die Hand in die Höhe.
Ein Moment voller Emotionen. Nach 55 Stunden Kampf gegen Meer, Schmerzen und Erschöpfung hatte er geschafft, was noch niemand vor ihm geschafft hatte. Ein Sieg nicht nur über die Ostsee – sondern vor allem über sich selbst.