Polit-Beben

Paukenschlag: ÖVP-Generalsekretär Marchetti tritt zurück

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In der ÖVP gibt es überraschend personelle Veränderungen. Nico Marchetti legt mit Ende Juli seine Funktion als Generalsekretär der Volkspartei zurück.
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Rücktritts-Beben in der heimischen Innenpolitik: ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti verkündete am Dienstagabend seinen Rücktritt.

"Ich bin aus Überzeugung Sachpolitiker, ein Politiker der Mitte und mir liegt die feine Klinge mehr als der Bihänder. In den knapp eineinhalb Jahren habe ich mich als durchaus untypischer Generalsekretär in den Dienst meiner Partei gestellt, weil ich zutiefst von den christlichen, konservativen und liberalen Werten der Volkspartei überzeugt bin", so Marchetti in einer ersten Stellungnahme.

Marchetti-Rücktritt: Das sagt Parteichef Stocker

ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker zum Marchetti-Rücktritt: "Ich danke Nico Marchetti persönlich und im Namen der Volkspartei für seine umsichtige Tätigkeit als Generalsekretär in den letzten eineinhalb Jahren; insbesondere danke ich ihm für sein Engagement, seine Loyalität und dafür, dass er in einer mehr als herausfordernden Zeit voller Umbrüche und Veränderungen sich dieser Aufgabe mit vollem Einsatz gewidmet hat. Die Nachfolge wird zeitnah bekannt gegeben werden."

Marchetti stand parteiintern in der Kritik

Hinter den Kulissen soll es oe24-Informationen aber deutlich weniger freundlich zugegangen sein: Marchetti stand seit Wochen parteiintern in der Kritik. Höhepunkt war sein Interview in der "Presse", in dem er Clemens Pig offen dazu aufgefordert hatte, als ORF-Chef zu kandidieren. "Das war das letzte i-Tüpfelchen", so ein Partei-Insider zu oe24. Marchetti stolperte im Endeffekt über die "stümperhaft organisierte ORF-Wahl", Marchetti ist neben seiner Funktion als Generalsekretär auch Mediensprecher der ÖVP.

Markus Gstöttner wird neuer ÖVP-Generalsekretär

Dem Vernehmen nach soll Markus Gstöttner neuer ÖVP-Generalsekretär werden. Gstöttner war zuletzt im Kanzleramt federführend für die Reformpartnerschaft tätig und gilt als absoluter Wunschkandidat und enger Vertrauter von Bundeskanzler Christian Stocker. Zuvor war Gstöttner auch im Kabinett des ehemaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz tätig und erfolgreicher Unternehmer in der Privatwirtschaft.

Markus Gstöttner © Homepage

Marchetti will sich aber nicht ganz aus der Politik zurückziehen: Er wird als Abgeordneter zum Nationalrat und Bildungssprecher der Volkspartei sowie in seiner Tätigkeit als einstimmig wiedergewählter Bezirksparteiobmann in Favoriten in der Politik weiter tätig bleiben.