Gegen Altach

Personalnot: 62-Jähriger im ÖFB-Cup eingewechselt

© ORF
Im ÖFB-Cup sorgte ein ungewöhnlicher Einsatz für Aufsehen: Wegen großer Personalnot wechselte der SK Bischofshofen einen 62-jährigen Pensionisten gegen den SCR Altach ein.
Zur Vollversion des Artikels

Vorarlberg. Freitag, in der zweiten Runde des UNIQA ÖFB-Cups, feierte der SCR Altach einen souveränen 7:0-Heimsieg gegen den mittlerweile ligalosen SK Bischofshofen. Für den Vorjahresfinalisten war es ein klarer Arbeitstag, während für die Gäste aus Salzburg wohl das allerletzte Spiel der Vereinsgeschichte anstand.

Hohe Niederlage im ÖFB-Cup

Bereits in der 8. Spielminute brachen die Hausherren durch eine Kombination von Diawara und Böckle den Abwehrriegel auf. Nach einem Ferserl von Diawara legte Böckle schließlich auf Massombo ab, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Die Tore summierten sich im Laufe der Partie durch Jäger, Diawara, Böckle, Hrstic und Elongo-Yombo zu einem klaren Endstand für den Bundesligisten auf.

Einsatz des 62-Jährigen

Wegen der prekären Kadersituation und des drohenden Endes des Vereins aufgrund fehlender Heimspielstätte reiste Bischofshofen mit einem Rumpfkader an. In der Schlussphase (79. Minute) sorgte vor allem die Einwechslung des 62-jährigen Pensionisten Walter Weiss sowie Stephan Prähauser (57) für Aufsehen.

Weiss hatte seine Karriere im Jänner 1992 28-jährig in Vorarlberg beim SC Tisis beendet. Mehr als 34 Jahre später kam der nun 62-Jährige genau nur für dieses eine Match zurück, um Bischofshofen in einer speziellen Situation zu helfen.

Zudem kam der erst 15-jährige Torhüter Aurelio Simic (71. Minute) zum Einsatz, der nach seiner Einwechslung mehrfach rettend eingreifen musste.

© GEPA pictures/ Oliver Lerch (Archivbild)

Emotionaler Abschied des Vereins

Auch Jaydon Reiter, der Sohn des Klub-Managers, erhielt im Verlauf der Partie Spielzeit. Für den SK Bischofshofen, mit einer über 90-jährigen Vereinsgeschichte, war das Spiel der emotionale Schlusspunkt einer langen Ära.

Der Spielbetrieb der Salzburger war aufgrund des Fehlens einer Heimstätte eingestellt worden, die Zulassung für die Regionalliga wurde infolge verweigert. Über die war aber in der vergangenen Saison die sportliche Qualifikation für den nationalen Cup geglückt, in der ersten Runde war am 25. Juli in der ersten Runde in Oberösterreich gegen Union Dietach mit einem 6:5 im Elfmeterschießen der Aufstieg gelungen. Spätestens nun in Altach hatte die Mannschaft mit jener aus der vergangenen Regionalliga-Saison aber nicht mehr viel gemeinsam - ohne Ligabetrieb nicht verwunderlich.

Offener Brief: "R.I.P. BSK 1933"

Den Weg dorthin beschrieb der BSK 1933 in einem offenen Brief, ein politischer Hintergrund dürfte mitgespielt haben. Der Brief schließt mit "R.I.P. BSK 1933". Der Auftritt im "Ländle" soll das letzte Match der Club-Geschichte gewesen sein.

Während Altach souverän in die nächste Runde des ÖFB-Cups einzog, blieb der Auftritt des 62-jährigen Walter Weiss als kurioser Höhepunkt dieses denkwürdigen Abends in Erinnerung.