Todesopfer

Pest in Russland? Wadephul fordert Antworten

© Symbolbild (Getty Images)
Außenminister Johann Wadephul schließt nach dem Tod einer Laborantin in Sibirien Reisebeschränkungen nicht aus. Die 28-jährige Darja Schipilowa, Mitarbeiterin des Instituts zur Bekämpfung der Pest in Irkutsk, starb am 2. Oktober in einem Krankenhaus in Schelechow an einer Lungenentzündung.
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Moskau bestreitet einen konkreten Ausbruch der Pest. Die Weltgesundheitsorganisation sagt dazu, ihr fehlten die Daten für eine vollständige Risikobewertung.

Johann Wadephul verlangte von Russland volle Transparenz. "Die Welt hat Fragen, darauf schuldet Russland Antworten", sagte der CDU-Politiker der BILD. Zum Schutz Europas schloss er "konsequente Reisebeschränkungen" nicht aus: "Wir können und werden kein Risiko eingehen."

Moskau bestreitet Pest-Verdachtsfall

Russische Medien hatten zuvor von einem Laborunfall berichtet: Am 25. September soll ein Reagenzglas mit dem Erreger der Lungenpest zerbrochen sein. Vier Tage später sei die Frau ins Krankenhaus gekommen.

Die Seuchenbehörde Rospotrebnadsor weist das zurück: Es habe keinen Unfall gegeben, die Mitarbeiterin sei geimpft gewesen, in fast 5000 Tests seien keine gefährlichen Erreger gefunden worden. 200 Kontaktpersonen seien unter Beobachtung gestellt worden, mehr als 90 Prozent hätten die Überwachung abgeschlossen. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte den Großteil der Berichte falsch. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, Russland habe mitgeteilt, in der Oblast Irkutsk sei zuletzt kein Pestfall gemeldet worden. Die Ursache des Todes sei damit nicht geklärt. Die WHO fragt außerdem nach einem unbestätigten zweiten Pneumoniefall im Umfeld des Instituts.