Vergleich mit Corona?

Pest-Todesfall in Russland - USA alarmiert

© Getty/Facebook
Wie berichtet, starb eine russische Laborantin in Sibirien an der Pest.
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Nach dem Tod der  28-Jährigen  beobachtet das Weiße Haus die Entwicklung aufmerksam. Die Frau hatte an einem Institut zur Bekämpfung der Pest gearbeitet und soll möglicherweise mit dem Erreger der Lungenpest in Kontakt gekommen sein. Rund 200 Menschen, die mit ihr Kontakt hatten, wurden nach bisherigen Berichten unter medizinische Beobachtung gestellt oder isoliert.

Ein Vertreter der Trump-Regierung bestätigte laut dem US-Portal Axios, dass Washington über die Situation informiert sei, die Entwicklung beobachte und mögliche Reaktionen prüfe. Die Aufmerksamkeit der US-Behörden richtet sich dabei vor allem auf die Frage, ob es bei dem Fall in Irkutsk zu einer Übertragung auf weitere Menschen gekommen ist. Noch gibt es allerdings keinen bestätigten größeren Ausbruch. Auch die genaue Todesursache der Laborantin ist von russischer Seite bislang nicht eindeutig bestätigt worden.

Die sibirische Stadt Irkutsk © Getty Images

Erinnerungen an die ersten Wochen von Covid

Die internationale Aufmerksamkeit erinnert in gewisser Weise an die ersten Wochen der Corona-Pandemie: Auch damals war zunächst unklar, wie sich ein neu auftretendes Infektionsgeschehen entwickeln würde, wie groß die Zahl der Infizierten tatsächlich war und ob eine weitere Ausbreitung verhindert werden konnte. Der aktuelle Pestfall ist allerdings nicht mit Covid-19 gleichzusetzen.

Entscheidend ist die Art der Übertragung. Die Lungenpest kann zwar von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, dafür ist nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC in der Regel enger Kontakt mit einem Erkrankten erforderlich. Die Übertragung erfolgt über infektiöse Tröpfchen, etwa beim Husten. Eine länger anhaltende, weitreichende Übertragung wie bei Covid-19 ist für die Pest nicht typisch.

Hinzu kommt ein weiterer entscheidender Unterschied: Die Pest ist eine bakterielle Erkrankung und kann mit Antibiotika behandelt werden. Bei Verdacht auf Lungenpest empfiehlt die CDC eine sofortige Isolation und eine rasche medizinische Behandlung.

Warum Washington trotzdem genau hinschaut

Dass das Weiße Haus den Fall beobachtet, bedeutet daher nicht, dass die USA von einer neuen Pandemie ausgehen. Vielmehr geht es um Vorsorge und darum, möglichst früh zu erkennen, ob aus einem einzelnen Verdachtsfall weitere Infektionen entstehen.

Besonders sensibel ist der Fall, weil sich die Verstorbene in einem Forschungseinrichtung für gefährliche Krankheitserreger aufgehalten haben soll. Berichte über ein möglicherweise zerbrochenes Reagenzglas mit Lungenpest-Erregern sind bislang allerdings nicht offiziell bestätigt. Auch andere Infektionswege werden genannt.

Für die US-Behörden ist deshalb vor allem die weitere Entwicklung entscheidend: Gibt es Sekundärfälle? Bestätigt sich tatsächlich eine Infektion mit Yersinia pestis? Und lässt sich der Ursprung der Erkrankung eindeutig feststellen? Solange diese Fragen offen sind, bleibt der Fall in Irkutsk vor allem ein ungewöhnlicher und international aufmerksam beobachteter Infektionsverdacht – und kein bestätigter neuer Pandemieausbruch.