In den USA
Pharma-Riese Bayer investiert 2,2 Milliarden
Die Anlage solle in New Albany im US-Bundesstaat Ohio entstehen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. "Für Bayer sind die Vereinigten Staaten seit Langem ein wichtiger Produktionsstandort und bedeutendes Innovationszentrum", sagte Konzernchef Bill Anderson laut Mitteilung.
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"Am neuen Standort bringen wir Produktionskompetenz und qualifizierte Fachkräfte zusammen, um Patienten in den Vereinigten Staaten und weltweit mit innovativen, hochwertigen Arzneimitteln zu versorgen." Bayer hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als sieben Milliarden Dollar in Pharma-Forschung und -Entwicklung sowie Produktion in den USA investiert.
Sebastian Guth, bei Bayer für das operative Geschäft der Pharmasparte zuständig, sagte, es sei eine ganz bewusste Entscheidung, die Präsenz in den USA zu stärken, "und das neben eine historisch starke Präsenz in Europa und eine starke Präsenz in Asien zu stellen".
In dem Werk soll eine Reihe von Medikamenten hergestellt werden, darunter Kerendia zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen, Nubeqa gegen Prostatakrebs und das noch in der Entwicklung befindliche Mittel Asundexian zur Vorbeugung von Schlaganfällen.
Schon 35 Prozent des Umsatzes in den USA
Guth verwies in einem Interview mit Reuters auf das kräftige Wachstum von Bayer in den USA. 2018 habe das Unternehmen noch rund 20 Prozent des weltweiten Pharmaumsatzes in den USA erwirtschaftet, inzwischen seien es 35 Prozent. "Wir sehen, dass sich das Momentum auch jetzt weiter fortsetzt und haben die Devise ausgegeben, bis Ende des Jahrzehnts unser Geschäft in den Vereinigten Staaten noch einmal zu verdoppeln." Dahinter stehe eine Bereitschaft in den USA, für Innovationen zu bezahlen.
In den USA sind die Medikamentenpreise deutlich höher als in anderen Industrieländern, zum Teil fast dreimal so hoch. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt den Druck auf die Pharmakonzerne erhöht, die Preise zu senken. Zugleich forderte er andere Länder auf, die Medikamentenpreise anzuheben. "Dass wir hier heute eine Diskussion zwischen Industrienationen erleben zu der Frage, wie verteilen wir die Lasten untereinander, wenn es darum geht, Innovationen zu finanzieren, das ist für mich tatsächlich sogar nachvollziehbar", sagte Guth dazu.