Massive Kritik

Pizza und Co.: Mega-Wirbel um neues EU-Gesetz

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Seit Mittwoch gelten in der EU erste verbindliche Vorgaben der neuen Verpackungsverordnung PPWR. Die Kritik daran ist groß.
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Die Regeln sollen Verpackungsmüll reduzieren, Mehrweg fördern und das Recycling verbessern. Für Imbisse, Bäckereien, Händler und Hersteller bedeutet das allerdings zusätzlichen Aufwand – und sorgt zunehmend für Kritik.

Betroffen sind unter anderem Pizza-Kartons, Burgerboxen, Brötchentüten und andere Lebensmittelverpackungen. Sie dürfen nur noch sehr geringe Mengen sogenannter PFAS enthalten. Die künstlich hergestellten Chemikalien werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften eingesetzt und gelten als problematisch für Umwelt und Gesundheit.

Für Konsumenten ändert sich zunächst wenig. Die Verantwortung liegt bei den Unternehmen, die entsprechende Nachweise und Dokumentationen vorlegen müssen. Genau hier setzt die Kritik an: Vor allem kleinere Betriebe beklagen, dass sie häufig gar nicht über die notwendigen Unterlagen ihrer Verpackungslieferanten verfügen.

Besonders kurios ist der Fall der Pizza-Kartons. Trägt ein Karton den Namen einer Pizzeria, könnte im Streitfall ausgerechnet der Gastronom nachweisen müssen, dass die Verpackung den EU-Vorgaben entspricht – obwohl er sie lediglich bei einem Lieferanten gekauft hat.

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Erhebliche Mehrkosten

Auch der Onlinehandel warnt vor erheblichen Mehrkosten. Händler, die Waren in andere EU-Länder verschicken, müssen sich mit zusätzlichen Registrierungen, Entsorgungspflichten und teilweise Vertretern in den jeweiligen Ländern auseinandersetzen. Erste kleine Onlinehändler haben deshalb ihren EU-Versand bereits vorübergehend eingestellt.

Der Handelsverband fordert ein europaweites Moratorium für Bestimmungen, bei denen noch rechtliche und technische Fragen offen sind. Auch aus dem EU-Parlament kommt Widerstand. CDU-Abgeordneter Niclas Herbst kritisierte, die Regeln stärkten den Binnenmarkt nicht, sondern bewirkten das Gegenteil.

Unterstützung bekommt die Verordnung hingegen von Greenpeace. Die Umweltorganisation begrüßt insbesondere die strengeren Vorgaben für Schadstoffe. Die Diskussion zeigt damit das Grundproblem der neuen Regeln: Das Ziel, weniger Verpackungsmüll und schädliche Stoffe zu produzieren, findet breite Zustimmung – die konkrete Umsetzung sorgt jedoch gerade bei kleinen Unternehmen für erheblichen Ärger.