Winter-Alarm

Polarwirbel spielt verrückt: Droht Österreich ein Eiswinter?

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Hoch oben über der Arktis bahnt sich eine außergewöhnliche Entwicklung an. Der Polarwirbel könnte Anfang November einen historischen Rekord aufstellen. Doch welche Folgen hat das für Österreich – und müssen wir uns auf einen eisigen Winter einstellen?
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Normalerweise nimmt der Polarwirbel im Herbst allmählich an Stärke zu. Er entsteht in der Stratosphäre über der Arktis und wird durch starke Westwinde in seiner typischen Zirkulation gehalten. Doch heuer könnte diese Entwicklung deutlich anders verlaufen.

Der Meteorologe Fabian Ruhnau von Kachelmannwetter sieht in den aktuellen Modellberechnungen ein außergewöhnliches Signal. Schon Anfang November könnte ein Hochdruckgebiet in der Stratosphäre den Polarwirbel massiv stören. Die Westwinde würden dadurch stark abbremsen. Sogar eine Umkehr der Windrichtung ist in einigen Prognosen möglich.

Meteorologen erwarten außergewöhnliche Entwicklung

Besonders ungewöhnlich ist der frühe Zeitpunkt. Eine derart starke Abschwächung des Polarwirbels bereits Anfang November könnte nach den bisherigen Aufzeichnungen einen Rekord darstellen. Der Wirbel befindet sich zu dieser Jahreszeit normalerweise noch im Aufbau und verstärkt sich erst im weiteren Verlauf des Herbstes.

Drehen sich die Westwinde tatsächlich vollständig um, wäre damit eine wichtige Voraussetzung für ein sogenanntes "Major Warming" erfüllt. Bei diesem Phänomen erwärmt sich die Stratosphäre über der Arktis außergewöhnlich stark, wodurch der Polarwirbel erheblich gestört werden kann.

Ob es tatsächlich zu einer vollständigen Windumkehr kommt, ist allerdings noch offen. Die aktuellen Berechnungen sind eine Prognose und noch kein bestätigtes Ereignis.

Kommt jetzt der Eiswinter nach Österreich?

Für Österreich stellt sich die entscheidende Frage: Könnte die Entwicklung einen besonders kalten und schneereichen Winter auslösen?

Grundsätzlich kann ein geschwächter Polarwirbel die großräumige Wetterlage auf der Nordhalbkugel beeinflussen. In manchen Fällen entstehen dadurch blockierende Hochdruckgebiete, die kalte arktische Luft nach Süden lenken. Mitteleuropa kann davon betroffen sein – muss es aber nicht.

Denn das Wetter, das wir am Boden erleben, spielt sich in einer deutlich tiefer gelegenen Luftschicht ab. Veränderungen in der Stratosphäre wirken sich oft erst mit mehreren Wochen Verzögerung aus. Außerdem hängt es davon ab, wo sich Hoch- und Tiefdruckgebiete bilden und aus welcher Richtung die Luft nach Österreich strömt.

Erst Ende November könnte es spannend werden

Sollte die ungewöhnliche Störung tatsächlich Auswirkungen auf die Wetterlage am Boden haben, wären diese laut Ruhnau frühestens gegen Ende November oder im Dezember zu erwarten. Dann könnten sich die großräumigen Strömungen verändern und auch Kaltlufteinbrüche wahrscheinlicher werden.

Eine konkrete Vorhersage für Frost, Schnee oder einen extremen Winter in Österreich lässt sich daraus derzeit aber nicht ableiten. Ruhnau warnt davor, aus den aktuellen Modellen bereits einen sicheren Eiswinter abzuleiten. Die Folgen seien noch völlig offen.