Es sieht aus wie eine Szene aus einem Mafia-Film: Carabinieri schlagen Löcher in eine Wand und holen Bündel um Bündel mit Geld heraus. Bei einem Anti-Camorra-Einsatz in Caivano nahe Neapel entdeckten die Ermittler insgesamt rund 3,2 Millionen Euro Bargeld sowie elf Luxusuhren.
Die spektakulären Bilder der Durchsuchung wurden von den italienischen Behörden veröffentlicht und zeigen, wie die Beamten die versteckten Geldbündel aus ihrem Versteck holen. Auch italienische Medien berichten über den Fund.
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Millionen hinter Mauern versteckt
Das Geld war keineswegs einfach in einem Schrank deponiert. Die Ermittler fanden die Banknoten in verschiedenen geheimen Verstecken innerhalb der Wohnung.
Teile des Geldes waren in den Wänden eingemauert, weitere Verstecke befanden sich in Möbeln und Schubladen mit speziellen Öffnungsmechanismen. Besonders kurios: Auch unter der Duschfläche im Badezimmer soll ein Versteck eingerichtet worden sein.
Um an die Geldbündel zu gelangen, mussten die Carabinieri die Verstecke teilweise mit Schlägen auf die Mauern öffnen. Das Bargeld bestand laut ANSA überwiegend aus 50-Euro-Scheinen, die ordentlich gebündelt und in Folie verpackt waren.
Auch elf Luxusuhren entdeckt
Neben dem Bargeld fanden die Ermittler elf Luxusuhren. Ihr Gesamtwert wird mit mehr als 127.000 Euro angegeben. Laut RaiNews handelte es sich um Rolex-Uhren.
Der Fund steht im Zusammenhang mit einer großangelegten Operation der italienischen Carabinieri gegen ein mutmaßlich von der Camorra beeinflusstes Netzwerk in Caivano und Casoria.
34 Festnahmen bei Anti-Mafia-Einsatz
Im Zuge der Operation wurden insgesamt 34 Personen festgenommen. 23 von ihnen kamen laut ANSA in Untersuchungshaft, elf weitere wurden unter Hausarrest gestellt.
Den Beschuldigten werden unter anderem Verbindungen zu einer bewaffneten camorristischen Organisation, Drogenhandel und Erpressung vorgeworfen. Laut den Ermittlern soll das Netzwerk dem Clan Angelino zugerechnet werden.
Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Jahren. Im Mittelpunkt standen unter anderem Drogenhandel und Erpressungen.
"Ein Jahr Abhörmaßnahmen bezahlt"
Für den Staatsanwalt von Neapel, Nicola Gratteri, hat der Millionenschatz auch einen ganz praktischen Wert für die Justiz. Er erklärte laut italienischen Medien, mit den beschlagnahmten 3,2 Millionen Euro könne man die Kosten von rund einem Jahr Abhörmaßnahmen in Neapel finanzieren.
Das Geld und die Luxusuhren wurden beschlagnahmt. Die Ermittlungen gegen die Verdächtigen laufen weiter.