Geheimes Telefonat
Putin gibt Trump ein Europa-Versprechen
Die überraschende Nachricht wurde am Dienstag von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow publik gemacht. In dem Gespräch zwischen den beiden Staatsmännern sei die aktuelle Debatte über eine vermeintliche Bedrohung durch Russland thematisiert worden. Uschakow betonte ausdrücklich, dass Putin im Telefonat mit Trump klargestellt habe, dass die russische Föderation "keine aggressiven Pläne gegenüber Europa" verfolge. Diese Aussage der russischen Führung sorgt international für großes Aufsehen, da westliche Geheimdienste und Militärexperten seit Monaten vor einer potenziellen Ausweitung des Konflikts warnen.
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Bittere Realität: Kreml hält an harten Kriegszielen fest
Trotz der versöhnlichen Töne in Richtung Westeuropa zeichnet sich im selben Telefonat ein völlig anderes Bild für die Ukraine ab. Putin nutzte den direkten Draht zu Trump nämlich auch, um diesen detailliert über die aktuelle Lage an der Front sowie die weiteren russischen Kriegspläne zu informieren. Moskau wolle demnach weiterhin Geländegewinne erzielen und halte unbeirrt an der Erreichung all seiner militärischen Ziele fest.
Auch die Rhetorik aus Moskau bleibt gewohnt siegessicher. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Dienstag demonstrativ, dass die russische Führung vollkommen vom eigenen militärischen Potenzial überzeugt sei. Ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter aus Moskau ging laut Berichten der Nachrichtenagentur AP sogar noch einen Schritt weiter und behauptete selbstbewusst, der russische Sieg sei bereits "sehr nahe".
Militärexperten zeichnen ein völlig anderes Bild der Frontlage
Diese russische Siegesgewissheit steht jedoch in starkem Kontrast zu den Einschätzungen westlicher Beobachter und Militäranalysten. Das renommierte amerikanische Institute for the Study of War (ISW) veröffentlichte erst kürzlich eine ernüchternde Analyse zum tatsächlichen Vormarschtempo der russischen Truppen.
Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Frontlage im Überblick:
- Langsamer Vormarsch: Ukrainische und westliche Beobachter sehen derzeit keine bedeutenden russischen Geländegewinne an den Hauptlinien.
- Prognose für Donezk: Laut Berechnungen des ISW würde Russland beim aktuellen Tempo die noch nicht besetzten Teile der Region Donezk erst im Jahr 2032 einnehmen – falls dies überhaupt jemals gelingt.
- Hohe Verluste: Der minimale Raumgewinn wird von den russischen Streitkräften mit extrem hohen Verlusten an Menschen und Material erkauft.
Diplomatische Offensive: Trumps Unterhändler auf Geheimmission
Die Aussagen Putins fallen in eine Phase extrem hoher diplomatischer Aktivität der neuen US-Regierung. Trumps engste Vertraute und Unterhändler, Jared Kushner und Steve Witkoff, reisten am vergangenen Wochenende auf einer hochbrisanten Mission zunächst direkt nach Moskau, um dort Gespräche mit Wladimir Putin zu führen. Unmittelbar danach flogen die Diplomaten weiter nach Kiew, wie Regierungsquellen bestätigten, wo sie mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentrafen.
Obwohl diese ersten Sondierungsgespräche noch keinen unmittelbaren Durchbruch brachten, zeigte sich Selenskyj am Dienstag vorsichtig optimistisch. Die US-Unterhändler hätten einige "sehr gute und lohnenswerte Ideen" präsentiert, um ein baldiges Ende des Krieges herbeizuführen. Details zu diesen Vorschlägen wollte das ukrainische Staatsoberhaupt vorerst jedoch noch nicht öffentlich preisgeben.
Selenskyj hofft nun auf ein persönliches Treffen mit Donald Trump im Rahmen der UN-Generalversammlung in New York, das um den 20. September stattfinden könnte. Darüber hinaus stellte er in Aussicht, dass noch im Laufe des Herbstes offizielle Delegationen aus der Ukraine, Russland und den USA zu neuen, konkreten Friedensverhandlungen zusammenkommen könnten. Auch der Kreml äußerte sich im Nachgang positiv über die Gespräche mit den amerikanischen Gesandten, machte jedoch gleichzeitig unmissverständlich klar, dass Russland seine territorialen Ansprüche in der Ukraine weiter durchsetzen will.